23.5.13

vernommen


das von michaela und tabea so fein konzipierte und organisierte frühlingskunstpostprojekt geht zu ende und das briefkastengähnen damit in die nächste runde.* die finale zeile "Dich hab ich vernommen!" war es, die mir zugeflattert kam - mir in ihrer anatomischen übersetzbarkeit mit botanischem anklang sehr zur freude: vernehmender ohrenblumenwuchs, hopsend zwischen kontemplation und aufbruchsdrang. wie man ihn eben so vernimmt, den frühling, nicht?




packpapierkuvertiert, vogelbestempelt, stoffpunktbeklebt sollte mein kärtchen, wie ich hoffe, mittlerweile bei all meinen mailartkolleginnen eingetrudelt sein, ...






















... um unser gemeinsam gewerkeltes frühlingsgedichtmosaik zu komplettieren. ich mag das ergebnis; nuancenreich wie der frühling selbst, jedes kärtchen in gewisser weise ein kleines sinn-, vielleicht sogar spiegelbild seiner schöpferin.


karten von (v.l.n.r. & v.o.n.u.): michaela, hanna, anja, dilek, carmen, judith, stephanie, meike, ulma

und bei allem unterscheidenden doch auch die gemeinsamkeiten: das nachrascheln des freudig-ernsthaften nachdenkens, das echo des detailliebkosenden tuns, das fluidum des zugedachtseins an eine bestimmte, das bouquet des sich einfügenden einzigartigen. danke für die famosen karten, danke für die liebe post.


danke auch an marja, die mir - gruppenfremd sozusagen - ihr hübsches kärtchen hat zukommen lassen.

und danke an michaela und tabea fürs ermöglichen all dessen. schön wars.

hier gibt es eine zusammenschau der ergebnisse aller gruppen - zum frühlingnachschnuppern, bevor der sich wieder verabschiedet (in welche richtung auch immer, ich wäre sehr für sommer, morgen soll es aber bis auf 600 m herunterschneien ...).


*) eingeteilt in neunergruppen wurde jeweils ein zugeloster vers von eduard mörikes "Frühling läßt sein blaues Band" in kartenform übersetzt und das ergebnis an die übrigen acht gruppenteilnehmerinnen geschickt - das bedeutet: rund zwei monate lang gab es einmal wöchentlich frohlingspost!

22.5.13

ulma fortunata



... und zwar solche analogpostalischer natur gab es in den letzten wochen. allerfeinste preziosen fanden sich in meinem briefkasten. fortuna war mir dermaßen hold, dass - wenn ich in sachen wahrscheinlichkeit alles richtig verstanden habe - davon auszugehen ist, dass mich das losglück die nächsten jahre nicht mehr treffen wird. umso besser, dass ich von meinem geschenkereichtum einige zeit werde zehren können - von manchen der feinheiten sogar im wortsinne.


von der ungemein köstlichen zwiebelmarmelade von sandra & plaguerat; von den feinen essbaren blüten von andi; vom als allerhübscheste unterlage dienenden karierten nionio.design-brettchen von rebecca. von dem hier schon gezeigten mich zwitschern machenden vogeltäschchen von mond; und vom hier vorgeführten lykke-karten- und löffelglück. von den augenweidesamenbomben nebst herzensfreudenbeigaben von fRau käthe; vom riesenschokotaler samt leider vom füchslein schon aufgearbeiteten koningswup von barbara.


so, liebe fortuna, du darfst dir bei mir eine kleine auszeit nehmen und wem anderen freude bereiten. aber irgendwann komm dann bitte wieder. weils einfach so schön ist. danke euch lieben verloserinnen. vielmals.

19.5.13

skizzen zum sonntag :: riechen



es hat abgekühlt und die blumen stinken herein 
(elfriede gerstl)

das bild heute zwar keine skizze im eigentlichen sinne, aber ein sonntag lässt sich glücklicher- und ausnahmsweise auch einmal fotografisch skizzieren. die worte der verehrten frau gerstl wollten einfach dieses bild und kein anderes. diesmal ist im übrigen gar nichts von mir gemachtes zu sehen. das feine tonväschen stammt von meinem papa - bei gelegenheit zeige ich euch mehr von seinen großartigen keramikarbeiten. und der kopf hatte hier schon einmal seinen auftritt. augen- und herzensfreuden von lieben menschen. schön, so etwas haben zu dürfen. ein anderes pfingstwunder.

17.5.13

füchsleinschmaus



das mit dem füchslein und dem essen ist so eine sache. ich würde sagen, essen ist in seiner wahrnehmung durchaus eine feine angelegenheit, eine interessante vor allem auch. so richtig fein und so richtig interessant ist es aber in erster linie dann, wenn es erstens nachts und zweitens in füchsleinmamas brust verpackt serviert wird. die füchsleinmama findet das zuweilen gar nicht so fein und gar nicht so interessant und ist deswegen recht erpicht darauf, dem füchslein tagsüber gutes und sattmachendes essen anzubieten. und da trockenfrüchte weit oben stehen auf füchsleins aromafavoritenliste, hat die füchsleinmama sich überlegt, es einmal auf einen früchteriegelbauversuch ankommen zu lassen. gedacht. gesagt. gegrübelt. getan. und füchslein: betastet. bestaunt. beschnuppert. beknabbert. beschnabuliert. begeistert. geschnalzt, geklatscht und nach mehr verlangt. (und nachts die vertrauten drei-, viermal auf ein paar schlückchen muttermilch gekuschelt gekommen ... - naja, war ja nur so eine idee.)

wer die füchsleinschmaus-früchteriegel nachbauen möchte, hackt dafür 200 g getrocknete marillen und 100 g rosinen (eine küchenmaschine wäre vermutlich hilfreich, zumindest ein schutz vor einer schneidebedingten zeigefingerblase), mengt 50 g geriebene mandeln dazu und pudert etwas zimt und orangenschale darüber; verrührt alles mit apfelsaft und gemahlenen haferflocken nach gefühl zu einer streichfähigen klebrigen masse, bepappt damit gleichmäßig zwei große (meine waren 200 x 120 cm groß) oder mehrere kleine backoblaten und drückt jeweils eine weitere oblate darauf. unter einem schweren brett darf alles ein paar stunden ziehen, bevor die früchteplatten in riegel geschnitten werden. bon petitrenardappétit!

15.5.13

hansweisheit




ja, so einfach ist das. froh darum gedankenkreisend mitten in der woche. bitte mehr davon. für die flügel.

13.5.13

seine topinambürlichkeit


eigentlich ist ja gerade gar nicht topinamburzeit. auf dem markt letztens gab es trotzdem welchen und also auch bei uns auf dem esstisch, verarbeitet zu luftigen laibchen, mit avocadosoße eigentlich - die war aber schneller weg als das foto gemacht und so musste hierfür purer sauerrahm herhalten, der, begrünt mit zwei blättern der vor einiger zeit bei andiva gewonnenen essbaren blüten, in seiner zurückhaltung aber auch sehr fein topinambürlich kombiniert.

darf ich also vorstellen: seine topinambürlichkeit.



orientiert habe ich mich bei der herstellung an diesem rezept. da mir acht laibchen für uns allerdings ziemlich wenig erschienen, habe ich die mengenangaben verdoppelt. und weil es mir für hefe so passend erschien, den teig etwas länger gehen lassen. daraus ergaben sich recht bizarre synergien: topinamburpuffer (aus ungeschälten knollen im übrigen) für eine zehnköpfige familie in etwa. auch schön. hat man wenigstens länger was von seinem essen.

mehr köstlichkeiten - als solche wertete (marginalie für alle kleinkindeltern) übrigens auch das füchslein seine topinambürlichkeit - gibt es bei katja, die montags immer kulinarische glücksmomente sammelt. zwitscher und schnalz. mahlzeit.

ich gehe weiter zeitgenießen und überlegen, ob die pause hier schon vorbei ist oder noch nicht oder ein bisschen oder bliblablu. hefeteigbläschenhafte leichtigkeit - die mag ich gerade auch im leben; schön, dass sie immer wieder einmal vorbeiperlt dieser tage.

8.5.13

mousse au chocvocat





















mousse au cho|cvo|cat [musoʃokvoˈka], die; -; -s [musoʃokvoˈka] <franz.>

karamellschwer mit subtil fruchtiger note, entfernt eine leise ahnung von schokolade - und zugleich auch nicht. ein flatterhaft-runder geschmack, avocadobasiert, eine vegane übersetzung von mousse au chocolat, nicht wörtlich, aber doch einen dufthauch einfangend.

~ - so:
3 reife hass-avocados gemeinsam mit 75 ml ahornsirup (grad c), 40 g carobpulver und etwas bourbonvanillepulver pürieren. 200 ml süße sahne (wer es vegan mag, nimmt sojasahne) schlagen und unterheben. in vier gläser betten und kaltstellen.























 °
epilog:
das so friedfertig aussehende mousseschnabulierende füchslein ist in wahrheit - nie würde man es für möglich halten - ein elender avocadodieb. hier der beweis (farbadaptiert gegen die buntheit):
. . .

zuerst war die angebissene avocado. und beim fotografischen festhalten des ernteschadens kam das kleine raubtier ganz dreist schon wieder angepirscht ...

ihr lieben, auf diese frappation (warum nur lässt die sprache so notwendige wörter vermissen?) hin gibt es hier ein paar tage blogpause. hübschmadamchenundfüchsleinzeit. vom guten das beste. euch dasselbe wünschend. à bientôt.