22.4.13

gedanken zur selbermacherei und ein um:GWÖ:hnungsvorschlag


gleich vorweg: der heutige post ist in seiner verbalen ausladendheit ganz und gar unulmaesk. wenn sich die (der?) ein oder andere dennoch die zeit nähme, ihn zu lesen, würde ich mich aber freuen. und ich verspreche auch: das bleibt jetzt nicht so. gedankenstromausnahme. 

in der frühlinsbrise durch die stadt spazierend bleibt mein blick an der buchhändlerauslage hängen und meine augen betasten - tipptipptipp - die rund zwanzig darin ausgestellten bücher, die sich allesamt der doityourselferei widmen. es ist ein bisschen wie mit den eichhörnchen im stadtpark: erhasche ich im schauen eines dieser lieben tierchen, wie es von ast zu ast springt, hüpft eine freudige aufgeregtheit in mir kreise; kommt ein zweites dazu, entsteht ein fröhlicher pas de deux; ab dem dritten beginnt sich das tanzschrittgekitzel aber zunehmend zu einem getrampel zusammenzuknüllen und ein sonderbares unbehagen keimt auf; ab sieben spätestens will ich schließlich nur noch weg von den viechern – sie machen mir angst.

























stricken, falten, drucken, filzen, nähen, töpfern, tischlern, häkeln, ... selbst ernannte bibeln, die zeigen, wie es geht, thronen auf kleinen podestchen und unterstreichen ihre vielversprechendheit in allen denkbaren farben um die wette. mir wird ein bisschen schlecht, würde ein genazino-protagonist wohl sagen. und dieses unwohlsein plumpst mir mitten in einen gedankengutblumentopf, dessen dort vergrabene zwiebeln die nicht zuletzt ob ihrer intellektuellen anstöße und einwürfe in die bloggemeinschaft, in der ich mich hier im virtuellen raum vornehmlich bewege, von mir so geschätzte indre mit ihrem gescheiten "DON'T DO IT YOURSELF - oder: Das Unbehagen an der Kreativität"-beitrag bewässert und zum lossprießen animiert hat.

ja, es ist mir irgendwie auch ein bisschen unheimlich, manchmal sogar zuwider, dieses allesselbermachen(können(wollen)), dieses biedermeier 2.0, als das es mir mit seinem angesichts des zeitpunkts seines auftretens im aktuellen politischen und ökonomischen kontext oft leicht reaktionären beigeschmack erscheint, in dem wir uns seit ein paar jahren befinden. und wenn mir dann jemand mit weltverbesserischen thesen als diy-fundament daherkommt, tun sich bei mir doch einige zweifel auf. an dieses vorgeblich rebellische, das jedem autarkiebestreben per se innewohnt, glaube ich in diesem zusammenhang ganz einfach nicht. es wird ausnahmen geben, hardcorediyer; aber als breitenphänomen trieft die selbermacherei geradezu vor systemtreue: selbermachen ist hip, also wird (auch weil wir ja alle so individuell sind also um dieses individuelle hochzuhalten und ihm ausdruck zu verleihen, und ja, kreativ (!) sind wir vor allem) selbergemacht. zu monieren, dass der motor dahinter rein wirtschaftliches kalkül ist mit dem ziel, einen grandiosen markt zur evokation und befriedigung neuer falscher bedürfnisse im marcuseschen sinn zu etablieren, scheint mir keiner besonderen hellsichtigkeit zu bedürfen.
























was mich tatsächlich so irritiert am diy-boom, ist die ihm zugrundeliegende tatsache unserer ökonomischen instrumentalisierbarkeit, die er uns sinnbildhaft vor augen führt: solange einigermaßen schlau eingefädelt, lässt sich offenbar jede geschäftsidee gesellschaftlich institutionalisieren und in fein abgezirkelten zielgruppen statussymbolhaft zum must-do oder auch must-have aufplustern. und mindestens ebenso irritierend daran finde ich, dass ich mich mit meiner selbermacherei plötzlich selber mitten im mainstream wiederfinde. denn ich liebe es, das selbermachen. dass das seit jeher so ist, ich weniger auf die diy-welle aufgesprungen bin, als sie vielmehr einfach über mich drübergeschwappt ist, hebt mich auch nicht auf eine andere stufe. drinnen ist drinnen. und das hat ja auch durchaus seine vorteile, die ich sehr genieße: material zuhauf, inspiration allenthalben. und mir davon zu nehmen, was mir (qualitativ, quantitativ, moralisch, ökologisch usf.) richtig erscheint, halte ich auch für kaum kritikabel. denn niemals würde ich behaupten, die selbermacherei mit irgendeinem – womöglich genuin antikonsumistisch unterfütterten – unterminierungsimpetus zu betreiben; um des hipseins willen im übrigen schon gar nicht. meine beweggründe sind de facto bar jeglichen unmittelbaren gesellschaftlichen bezugs oder gar sprengstoffs: weil das tun mit meinen händen für mich einen essenziell sinnstiftenden wert besitzt, weil es mein leben bereichert, weil es mich ganz einfach glücklich macht, deshalb. und ich bin überzeugt davon, dass es vielen so geht wie mir, dass das diy-rhizom auch deshalb so wuchert, weil es etwas trifft in uns, einen leerraum, der nach ausfüllung lechzt (dem fahl-esoterisch-küchenpsychologischen gerede dazu mag ich mich nicht hingeben, ich denke, das gemeinte ist klar).


ganz bourdieuianerin gefällt mir aber die infragestellung, die sich diesbezüglich zu regen beginnt, die in der bourdieuschen feldlogik als geradezu obligater reflex anzusehen ist auf das beinahe orthodox gewordene und sich allzu oft schon an der kippe zum manierierten befindende, zuweilen sogar schon gefährlich taumelnde "kreativsein", dem damit hoffentlich der garaus gemacht wird. was ich nämlich nicht ertrage, ist die inflationäre "kreativitäts"infiltration allen tuns, genauer noch die omnipräsenz eines kreativitätsbegriffs, dem etwas abzugewinnen mir nicht gelingen will und mit dem ich mein tun auch nicht dringend und mehr noch dringend nicht identifiziert wissen will. mit der baren hervorbringungsbedeutung des lateinischen creare (erschaffen, gebären, erzeugen) hat die gemeinhin gebräuchliche verwendung der wortsippe "kreativ", auf die ich hier rekurriere, kaum etwas am hut, wird damit doch immer auch etwas "künstlerisches" insinuiert, das bei einem verständnis von kunst als eines netten zeitvertreibs notwendig zum hundegrab wird. was ich sagen will: der zugrundeliegenden fehlinterpretation der beuysschen "jeder mensch ist ein künstler"-saat entsprießen im namen der "kreativität" mitunter recht verhutzelte blüten. grundsätzlich ist dagegen ja auch gar nichts einzuwenden, solange menschen ihre freude daran haben. ebenso wenig einzuwenden dürfte dann aber auch gegen die behauptung sein, dass ein „kreativitäts“imperativ, der solches generiert, grundsätzlich verzichtbar ist, weil er uns nicht weiterbringt. mitnichten bedeutet dies aber, dass kreativität insgesamt überflüssig ist. kreativität als die "Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen“ (barron), als "Antwort oder Idee, die neu ist oder im statistischen Sinne selten" und die dazu dient, "ein Problem zu lösen, einen Zustand zu verbessern oder ein vorhandenes Ziel zu vollenden" (mackinnon), ist definitiv unverzichtbar für jegliches vorankommen, für das überdentellerrandhinausschauen, -denken und -gehen, für das finden neuer lösungsansätze und „Wege des Wirtschaftens und Zusammenlebens“ (indre z.). zum einen denke ich, ist dieses beschreiten neuer pfade dem selbermachen gerade dort inhärent, wo herr reckwitz (wenn ich alles richtig verstanden habe, ich kann mich nur auf indres worte berufen, da ich den originaltext nicht kenne) es ihm explizit abspricht: dort nämlich, wo all jene, die mit dem oben beschriebenen „kreativitäts“deformationsattribut zu versehen einer regelrechten verhöhnung ihres tuns gleichkommt, all jene vielen leute also, die wirklich gute sachen hervorbringen, den versuch wagen, mit ihren erzeugnissen ihr täglich brot oder zumindest ihr täglich salz zu verdienen. eben dieser schritt ist es meines erachtens, der tatsächlich – wenn auch vielleicht nur im allerkleinsten – zu einem gewissen teil etwas subversives bereithält für die, die ihn setzen: ein selbstbestimmteres dasein, ein – ganz altbacken-marxistisch gesprochen – weniger entfremdetes tun, im allerbesten fall etwas mehr glück einfach. davon fehlt mir ein ordentliches stück, wenn der erwerbslebensalltag meine minuten, stunden, tage frisst, sie mir wegfrisst von meinem (meinem!) leben. es mag menschen geben, die in nichtschöpferischen erwerbstätigkeiten voll und ganz aufgehen; ich jedenfalls gehöre nicht dazu.



zum anderen ist freilich nicht abzustreiten, dass mit dem einbringen welcher produkte auch immer in das marktwirtschaftliche rad selbiges in schwung gehalten wird mit uns als fleißig daran drehenden. müßig, altklug zu dozieren, dass ein soloanlaufen dagegen pure energieressourcenverschwendung ist. ein glück, dass es menschen gibt, die kreativ im besten barronschen/mackinnonschen sinne sind, die im lichte der unzufriedenheit mit unserem wirtschaftssystem neue modelle ersinnen und entwickeln, auf der suche nach gangbaren alternativen entwürfe zu strukturellen umbauarbeitsideen basteln und all jenen, die liebäugelnde blicke werfen in richtung einer neuen wirtschaftsordnung, die türen öffnen zur partizipation. gemeinwohl-ökonomie (kurz gwö) heißt eines dieser modelle und recht klug denkt es sich an. und eine lanze möchte ich hier brechen für seine verbreitung – oder drei.

Die Gemeinwohl-Ökonomie beschreibt zentrale Elemente eines sozialeren, ökologischeren und demokratischeren Ordnungsrahmens für die Wirtschaft. [...] Dem Dogma der „Alternativlosigkeit“ des gegenwärtigen Wirtschaftsmodells wird ein konkreter und gangbarer Zukunftsweg entgegengesetzt, ohne in die historischen Extreme Kapitalismus und Kommunismus zurückzufallen. [...] Die Gemeinwohl-Ökonomie ist weder das beste aller Wirtschaftsmodelle noch das Ende der Geschichte, nur ein nächster möglicher Schritt in die Zukunft. Sie ist ein partizipativer und entwicklungsoffener Prozess und sucht Synergien mit ähnlichen Ansätzen. Durch das gemeinsame Engagement zahlreicher mutiger und entschlossener Menschen kann etwas grundlegend Neues geschaffen werden. (quelle)

die grundidee ist so simpel wie gut: "Die Gemeinwohl-Ökonomie beruht auf denselben Grundwerten, die unsere Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind gelingende Beziehungen das, was Menschen am glücklichsten macht und am stärksten motiviert." (quelle) wie funktionieren könnte, was so einleuchtend erscheint und zugleich so unmöglich, ist prägnant gebündelt nachzulesen in der Gemeinwohl-Ökonomie 20 Punkte Zusammenfassung, zu der hinzuklicken, die in ein paar konzentriert-ruhigen minuten gedanklich nachzuvollziehen, ich jedem menschen, dem unzufriedenheitsbekundung allein zu dampfplauderisch-wirkungslos ist, von herzen ans herz legen möchte.


den hut zückend vor allen, die tatsächlich bis hierher gelesen haben, mit hundertausenden kopfwärts im zickzack herumschwirrenden gedanken, hier jetzt fürs erste aber innehaltend, ach, es ist ein weites feld ... und ich bin gerne optimistisch.

Kommentare :

  1. Liebe Ulma, Indres Post hat etliches ins Wanken gebracht... Ein Hörtipp zum Thema Gemeinwohl das dieswöchige Radiokolleg auf Ö1.
    Herzliche Grüße ins frühlingsfrische Graz (hach, ich hab fast ein bisserl Heimweh. Oder Fernweh?)
    Sonja

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    1. danke, liebe sonja, für den hinweis - das ö1-radiokolleg liebe ich und das heutige habe ich glatt verpasst; im wissen um das thema werde ich aber die möglichkeit nutzen, es online nachzuhören. falls sonst noch jemand möchte (7 tage lang ist es möglich): hier entlang.
      herzliche grüße aus dem tatsächlich frühlingsfrischen graz.

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    2. Anonym23.4.13

      ich schliess mich jetzt grad hier oben mit noch einem hörtipp an: im archiv von schweizer radio srf 2 gibt's ein gespräch mit besagtem herrn reckwitz, wo er sein buch "die erfindung der kreativität" vorstellt.
      link: http://www.srf.ch/sendungen/reflexe/kreativitaet-fluch-und-segen

      und dir ulma danke ich, dass du nicht nur schöne arbeiten, sondern auch (manchmal halt anstrengende) gedankengänge teilst!

      herzlich
      nathalie

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    3. vielen dank dir für den hörtipp - da bin ich gespannt. und ich freue mich, wenn du meine gedankengänge mitgehen magst.

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  2. wow.
    ich glaube, ich muss es mir noch einmal durchlesen.
    welch' weise worte. ich mag deine formulierungen!

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  3. liebe ulma,

    auf dem weg zum flughafen (grmpf...) habe ich deine – so fein ge- und verflochteten – gedanken aufgesogen. bis zum schluss. und muss sie doch mindestens noch einmal lesen. schon nach dem 1. aber sehr inspiriert und hocherfreut. nicht nur aber auch über ein paar gemeinsamkeiten, wie bordieu und die gwö. letztere habe ich auch als hoffnungsfroh stimmende alternative gelesen. und ich lese noch daran...

    dies fürs erste. bald mehr.

    wenn du magst, fühl dich geherzt. ich tät´s jetzt gern: dich herzen fürs aufgreifen und weiterspinnens des fadens, den ich geknüpft habe.

    i.

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  4. Liebe Ulma, was soll ich sagen, du sprichst mir aus dem Herzen und das so beherzt und klug, ich freue mich! Instrumentalisierte und "verwachstumsmarktete" Kreativität ist genau das, was uns noch gefehlt hat, meint bissig-ironisch Ghislana, die noch mal bei dir und bei Indre lesen wird. Danke!

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  5. Mann, kannst du viele Fremdwörter...!
    Gestehe... Ich sitze mit Kleinstem vorm Meerschweinstall.
    Nicht gerade der Rahmen für so viel Intellekt.
    Vielleicht später.
    Das mit den Eichhörnchen habe ich aber verstanden.
    Liebe Grüsse!

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  6. Mann, kennst du viele Fremdwörter...!
    Das mit den Eichhörnchen habe ich noch verstanden, doch dann....
    Vielleicht weil ich mit Kleinstem vorm Meerschweinstall sitze, nicht gerade das intellektuellste Umfeld, tröstet sich, lieb grüßend, Melanie
    ; )

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  7. ach, liebe ulma...nach einem 8 stunden schultag (hab ja kein kleines füchslein;););) hast du nun noch eine schwere hausaufgabe gegeben. aber, weil lehrer ja vorbildlichste schüler sind, und ich so gern bei dir lese (und dann auch noch so viel;), hab ich gelesen...bis zum schluss. und schon bei indre hab ich kommentiert, dass ich doch ein wenig mein problem mit der aufregung habe. das "problem" erkenn ich schon und alles geschriebene kann ich auch nachvollziehen - nur die aufregung, die versteh ich nicht. dass, gesellschaft sind ändern wird (hat sie immer getan) und ändern muss (deutet sich an) steht außer frage. schön wäre es , wenn ein nächster schritt dem ökonomischen gemeinwohl gewidmet würde. einen großteil der menschen im satten teil der welt sehe ich allerdings noch nicht motiviert dazu. vom restlichen großen armen rest der welt ganz zu schweigen.auch glaube ich nicht, dass das "zahlreiche mutige und entschlossene menschen" (wer soll das sein? klingt auch etwas gruselig...denn wie sind denn dann die anderen?)das hinkriegen werden. ich bin mittlerweile überzeugt, dass ich bestimmte veränderungen nur an mir selber schaffe (echt DIY;) also:was ist mir wichtig in meinem leben? wie verhalte ich mich in der gesellschaft, in beziehung zu menschen? wie finde ich unter gegebenen bedingungen meine balance? wo verweigere ich mich? was kann ich einbringen ins allgemeinwohl? wo sehe ich dabei meine grenzen? und da kommt der punkt, an dem ich die aufregung nicht verstehe. was wollen wir? andere verändern und in frage stellen? wir können uns aufregen über materielle und ideelle bastelbeschäftigungsangebote...wir können nase rümpfen und uns abgrenzen. das alles ist mir zu theoretisch und abstrakt, macht mich unzufrieden, raubt mir energie und lässt mich ratlos werden. wenn ich an( für mich )sinnlosen hochzeitsanleitungsbüchern und unnötigem material vorbeigelaufen bin, hab ich mehr das gefühl aktiv gewesen zu sein;) mich interessiert eigentlich nur der einzelne...keine bewegung (ich hab mich nie als teil einer solchen gesehen) wenn ich nicht das gefühl habe, hinter einem blog einen menschen entdecken zu können (auch wenn nur partiell), dann lese ich ihn nicht mehr. wenn ich keine kommerziellen bloggergleichschaltungsveranstaltungen wie z.b. blogst mag (die der ursprünglichen idee des internets mit hohn begegnen), dann ignoriere ich sie. wenn ich keine stickdateien leiden kann, dann kauf ich keine. und mit dieser auseinandersetzung mit mir habe ich viel zu tun... aber sie macht mich glücklich. debatten machen das leider nicht. da ich aber gern mehr von euch, euren ganz persönlichen erfahrungen, erkenntnissen, erlebnissen, wünschen und träumen wissen würde, hab ich jetzt doch mitdebattiert;)
    sei ganz ganz herzlich gegrüßt von birgit, die für deine vielen worte dankt

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    1. Vielleicht, nein, sicher die klügsten Worte, die ich bisher zu dieser Diskussion gelesen habe! Danke dafür! Zum Glück hast Du doch mitdebattiert! :)

      (Nein, solche Debatten machen nicht glücklich, aber manchmal fällt es nicht leicht, immer alles zu ignorieren, was einen nicht interessiert und da bietet so eine Diskussion doch eine wunderbare Gelegenheit sich darüber endlich mal "auszukotzen" was einem schon seit Jahren nervt und was man sonst aber nicht sagen möchte/kann, weil auf dem eigenen Blog immer alles nett und inspirierend und toll sein soll...oder man ja auch selten jemand so direkt sagen möchte: Du, was Du da machst, finde ich grausam!)

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    2. in deinem kommentar, liebe birgit, stecken so viele gescheite und gute gedanken. veilleicht zur gedanklichen auseinandersetzung: sie auf mich zu nehmen mit themen, die mir am herzen liegen, macht mich vielleicht nicht vorderhand glücklich, aber dinge hoffentlich klarer, strukturierter, greifbarer, handhabbarerer, und vor allem insbesondere die aspekte, die mir mißfallen am status quo, veränderarer. und auf umwegen erhoffe ich mir dadurch dann doch einen glücksgewinn. aber womöglich hast du auch recht mit deinen zweifeln an der veränderbarkeit dessen, was ist und vermutlich nicht zufällig ist. und trotzdem will ich meine diesbezügliche hoffnung - getragen womöglich wirklich nur von naiver illusion, das mag im dümmsten fall sein - nicht fallen lassen. sonst bliebe doch nur die wahl zwischen negation und verzweiflung. und wenn ein modell, das mir so sympathisch erscheint und zugleich so wirklichkeitsnah, mir einen strohhalm hinhält zum herauskraxeln aus diesem grautrüben fatalismus, dann will ich wenigstens ausprobieren, ob er tatsächlich nicht knickt ...

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  8. Birgit, ich bin ganz bei Dir.
    Habe jetzt beide Diskussionen interessiert verfolgt, aber es ist alles sehr theoretisch. Und das liegt mir gar nicht.
    Was kann ICH tun? Ganz praktisch.

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    1. ganz praktisch zum beispiel, wenn du dich dafür interessierst, einem regionalen energiefeld beitreten - klick.

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    2. Liebe Ulma, meine Frage oben war eine rethorische, das hätte ich beifügen sollen.
      Und die Antwort finde ich immer wieder neu, unabhängig von GWÖ oder sonstigem. Solche Gruppen und ihre Forderungen sind theoretisch und auf den ersten Blick vielleicht gut gedacht, aber in der Praxis mir suspekt. Ich fühle mich durch diese Forderungen bedrängt. Leben und leben lassen. Wie, möchte ich für mich alleine entscheiden.

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  9. ja. ich freue mich immer über posts mit inhalt ;) an DIY gefällt mir nicht, dass grenzen verwischt werden. es gibt menschen, die haben eine gute ausbildung in kreativen bereichen, und die haben bald nichts mehr zu tun, weil die kundschaft glaubt, sie könne alles selber machen. man sieht es in gewissen bereichen wie typografie, design und fotografie sehr deutlich, wenn DIY am start war. DIY-häkeldeckchen ja, DIY-logo nein. meine meinung.

    mir ist das wurscht, ob da wer aus DIY einen reibach macht. DIY ist doch eine bezeichnung für was bestimmtes. ich habe meine kreativität nie als DIY gesehen und sie auch nie so benannt. und das was, was in mode geraten ist, irgendwann wieder aus der mode kommt ... ist ja auch nicht neu, gell!

    gern kannst du öfters mal langposts posten!

    liebe grüße . tabea

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    1. danke, liebe tabea, fürs einbringen dieses aspekts, der mal drinnen war in meinem text, der dann aber aus gründen des ausufernden umfangs rausgekickt wurde. und eben. selbermacherei gibt es bei mir durchaus, aber das ist die eine sache. und die andere ist dann die, die ich mit einem anderen anspruch verfolge. und die ist nicht diy und die ist auch nicht "kreativ", sondern mein ernst.

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    2. ohja tabea...das trifft den nagel quasi auf dem kopf. es fällt mir immer wieder auf, wie viele doch denke, sie können alles selber machen. ich zum beispiel könnte allerisch reagieren, wenn ein laie schnittmuster erstellung auf seinem blog erklärt. natürlich umsonst. ich hatte 5 semester schnittkonstruktion in meinem studium dabei. das gehört quasi zu meinem beruf. doch die halbe welt meint, sie kann das selbst. da stellen sich mir die nackenhaare auf. aber was soll man machen. jeder darf ja wie er will.

      liebgruss
      eni

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  10. stell mir grad vor, wie das füchslein auf deinem schoß mit einem 45 jährigen rotkäppchen bekanntschaft macht;) hab dank für den hinweis zur bewegung des ökonomischen gemeinwohls. habe mich eingelesen und werde weiterlesen. meine abwehr gruppen und bewegungen gegenüber hat sicher mit meiner sozialisierung zu tun. man wird sehr vorsichtig, hinterfragt mehr und ist skeptisch desillusioniert, wenn man sich durch politische konstrukte schon einmal missbraucht gefühlt hat. schließlich bin ich als 10jährige noch überzeugt gewesen, dass ich als erwachsene meine ganz speziellen fähigkeiten in einer kommunistischen weltordnung einbringen darf....
    sei gegrüßt in den montagabend von birgit

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  11. Liebe Ulma, nach einem neuerlichen Virusbesuch gerade wieder senkrecht sitzen könnend, habe ich mich durchgelesen. Deine Worte, die ich stets so mag, trugen mich bis zum Schluß. Ziemlich zu Beginn stolperte ich über Mainstream. Das bist Du nicht. Du und Dein kreatives Tun sind sehr besonders! Mich über alles weitere auszulassen, bedarf es noch ein bißchen Genesung meinerseits. Auf jeden Fall habe ich wieder was Neues zum Denken... Viel mehr bleibt einem ja in meinem Zustand gerade nicht. Herzlich, Marja

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    1. ach, danke, liebe marja, und werd schnell gesund.

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  12. Uff, liebe Ulma...kein Post, über den man schnell mal hinwegliest...zum DIY kann ich nicht so viel sagen, da ich beruflich anders orientiert bin und nur darüber staune, was so in der Bloggerwelt gezeigt wird...Grundsätzlich kommen und gehen Trends...Ich komme langsam in das Alter, wo mir Trends eher egal sind...und ich nicht mehr auf jeden Bus aufspringen muss...Ist etwas sehr trendy, dann verliere ich eher das Interesse...Gemeinwohl-Ökonomie klingt gut, ist aber aus meiner Sicht unrealistisch...Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen...im Sozialismus...wie wir alle wissen, ist der komplett gescheitert...und warum? Weil wir Menschen so sind, wie wir sind....mit ganz unterschiedlichen Charakteren, unterschiedlichen Werten...Vorgeschichten...Idealen...Ohne Anreiz kein Fortschritt..In der DDr gab es kein Anreiz...nicht für den Normalbürger....33 -Stunden-Woche? Wie soll das gehen...z. B. in der Altenpflege...wo wir hier in Deutschland schon jetzt Pflegenotstand haben...weil das Personal fehlt...ach, liebe Ulma...wenn es so einfach wäre mit einem 20Punkte-Programm, man hätte es sicherlich schon in der Antike angewandt...LG Lotta.

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    1. aber hast du wirklich den eindruck, dass die gwö keinen anreiz bietet für den einzelnen? und immerhin: es gibt schon eine ganze reihe an unternehmen, die sich an den werten der gwö orientieren - das lässt doch berechtigt hoffen, finde ich.

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  13. Eichhörnchen machen mir keine Angst. Zuviele DIY-Bücher schon. Aber ebenso auch dieses 20-Punkte-Programm.

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    1. tatsächlich, frau haselmayer? warum denn das?

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    2. Ein selbstbestimmteres Leben mit mehr Zeit, ein Leben das nicht durch den "Erwerbslebensalltag" aufgefressen wird, ist meiner Ansicht nach möglich, ohne dass wir eine neue Wirtschaftsordnung brauchen...wobei die Gemeinwohl-Ökonomie eher wie ein 20-Punkte-Programm erscheint, dass nicht die Wirtschaft, sondern unser aller Leben neu ordnen will.

      Allerdings ist ein solches selbstbestimmtes Leben mit Verzicht verbunden. Vielleicht kann man sich kein Eigenheim leisten, keine Desingermöbel...vielleicht habe ich dann keinen geregelten Job. Kann aber evtl. das im GWÖ geforderte Freijahr machen. Aber ich muss eben auch nicht...man muss sich auch jetzt dieser Wirtschaftsordnung nicht völlig machtlos ergeben, man muss sich nicht instrumentalisieren lassen.

      Dieser 20-Punkte-Plan hat für mich wenig mit der Idee der GWÖ, dass "Es ist Ausdruck von Freiheit [ist], dass wir Menschen die Welt, in der wir leben, mitgestalten." wenig zu tun. Es ist eine Utopie zu denken, dass alle Menschen sich freiwillig eine solche Ordnung wünschen und dieser unterwerfen. Und wie sollte eine solche Ordnung durchzusetzen sein außer mit ständiger staatlicher Kontrolle und Überwachung?

      Auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen basieren nicht nur auf Vertrauen, Wertschätzung, Solidarität und Teilen. Vermeintlich negative Eigenschaften und Erfahrungen prägen unsere Beziehungen ebenso. Ich glaube kaum, dass glückliche Beziehungen immer noch das wären, was uns am glücklichsten macht, wenn alle Beziehungen glücklich wären, oder?

      Aber zurück zur GWÖ...Gutmenschentum belohnen und alle anders angierenden mit hohen Steuern und weiteren Benachteiligungen bestrafen? Das macht mir Angst. Wer möchte sich schon immer gesund ernähren, auf alles ökologisch Unkorrekte verzichten, immer politisch korrekt sein, mit allen kooperieren? Und bei nicht befolgen der gültigen Maßstäbe bestraft werden? Ich nicht!
      Und wer legt fest, dass Konkurrenz schlecht ist? Warum ist unternehmerischer Erfolg und Gewinn schlecht? Wer legt fest was allgemein gut oder schlecht ist? Wo ist da die von der GWÖ geforderte Freiheit geblieben?

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    3. liebe frau haselmayer, ganz gelingt mir der nachvollzug deiner worte mitunter nicht. in den ersten beiden absätzen bin ich ganz bei dir. ab dem dritten tut sich mir eine ahnung davon auf, wie unterschiedlich rezeptionsprozesse ablaufen. ich sehe in der gwö-idee einen entwurf zu einer neuen ordnung, der sich nicht als unabänderlich versteht, im gegenteil auf mitgestaltung setzt. auch eine euphemistische beschreibung menschlicher beziehungen erkenne ich dort nicht, sondern vielmehr eine aufzählung jener eckpfeiler, "die die unsere Beziehungen gelingen lassen", sodass sie uns kein unglück sind.
      für den rest halte ich es mit dem möglichkeitssinn und setze nach, dass auch ich - eine wirtschaftsexpertin bin ich beileibe nicht, muss ich einschränken - den einen oder anderen der 20 punkte für einer präzisierung oder gedanklichen weiterspinnens bedürftig halte, was mir im übrigen ganz im sinne der gwö-idee zu stehen scheint.

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  14. Liebe Ulma,

    ich habe auch Indre´s Artikel über die Bücher gelesen und beschlossen, sie mir zu kaufen. Dieses kleine Gedankenpflänzchen wächst nämlich auch in meinem Kopf schon eine Weile. Aber ich wusste die ganze Zeit nicht so recht, was das für ein unbekanntes Unwohlsein ist. Seit Indre´s Artikel weiß ich Bescheid und dass auch du dich damit beschäftigst und einen so wunderbaren Artikel schreibst, lässt das Pflänzchen weiter wachsen.
    Ich habe mich selbst schon bei dem Gedanken ertappt, dass ich Dieses und Jenes auch selber machen könnte, statt es zu kaufen. Und so stapeln sich die Gedankenprojekte, aber umgesetzt werden sie nie. Wann denn auch? Ich habe einen Vollzeitjob, einen Vertrag im Fitnessstudio, bin Pfadfinder und habe Freunde. Und einen Haushalt. Wann soll ich da noch mein Geschirr töpfern oder meine Kleidung nähen? Und langsam wächst der Frust, weil ich anscheinend nicht fähig bin so richtig kreativ und aktiv zu sein. Ich schaffe es nicht, allen Freunden selbstgebastelte Karten zu schicken oder zu jedem Kaffeebesuch hübsch verpackte Basteleien mitzubringen. Ich fühle mich im Bezug auf DIY völlig unzureichend.
    Als ich geheiratet habe, kannte ich mich in der Bloggerszene nicht gut aus. Und jetzt, wo ich über verschiedene Hochzeitsblogs gestolpert bin, fühle ich mich irgendwie unnormal, weil ich meine Hochzeitsdeko nicht selbst gebastelt habe.
    Kreativ sein und Dinge selbst herstellen ist eine tolle Sache. Aber der DIY Trend, so wie er im Moment auftritt, setzt mich unter Druck. Unbewusst. Weil wenn ich es selbst beeinflussen könnte, dann wäre mir das ganze Getue herzlich egal. Aber DIY ist einfach überall. Und dass psychologische Werbemaßnahmen sehr gut funktionieren ist ja bekannt.
    Ich für meinen Teil will mich jetzt bewusster damit auseinander setzen. Ich muss nicht alles können. Ich muss nicht alles selbst machen. Ich mache nur das, was ich wirklich machen will. Nicht weil es Trend ist, nicht um es zu bloggen und begeisterte Kommentare zu bekommen. Nur für mich.

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    1. Oh. Das ist jetzt aber lang. So viel wollte ich eigentlich gar icht schreiben...

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    2. erstaunlich, wie schnell das geht, nicht? genau so ging es mir auch :)
      und zu dem, was du oberhalb schreibst: selbermachen hat für mich einzig den sinn, glücklicher zu machen. dass du den für dich besten weg im umgang damit findest und eine gute balance, das wünsche ich dir.

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  15. Liebste Madame Ulma,

    heute zum ersten Mal raucht mein Kopf ob der von Frau Garanin beschriebenen Vielzahl von Fremdwörtern und ich bin geneigt, mich mit in den vorhandenen Meerschweinstall zu retten.
    Vielleiucht aber auch nur, weil ich heute schon dermaßen viele Paragraphen gelesen habe, dass mir ohnehin schon der Kopf raucht und ich versuche, kreativ zu werden, was die Abwendung einer vermeintlich begangenen Ordnungswidrigkeit angeht.

    Und dennoch: Beruhigend für mich immer wieder, all jene Blogs in denen noch Leben steckt, statt fremden Contents. In denen noch zwischen den Zeilen gelesen werden darf, ohne über Berge von Fähnchen zu stolpern, die zum ultimativen Hurrawedeln ausgelegt wurden. Am meisten beruhigt mich aber, dass ich für mich ganz allein entscheiden darf, nicht mitzuhypen und nicht mehr mit Fähnchen wedeln muss, wie in der ersten Hälfte meines Lebens.

    Jetzt darf ich wählen zwischen hirnlosen Marketingstrategien, derer sich erstaunlicherweise genügend Anhänger finden (jaja, selberdenken ist nicht jedermanfraus Sache) und der Freheit, meinen Augen, meinem Herzen und meiner Seele unverblümte, frischluftatmende Wohlfühlblogs zu Gemüte zu führen.
    Ich muss nicht mehr im Kollektiv japsen, wenn sich verschiedene Bloggerinnen gegenseitig auf die Schulter klopfen für vermeintlich unabdingbare Gestaltungsbücher, ohne die man wahrscheinlich NIEMALS zu einem glücklichen Zuhause findet und in denen ICH nicht mehr finde, als ohnehin auf den Blogs der Buchschreiberinnen, nämlich eine gigantische Ansammlung fremder Ideen und Bilder.

    Schon richtig angenervt ob der anglizierten deutschen Sprache wertschätze ich meine Freiheit, diese Blogs nicht lesen zu müssen, nicht mit dem Strom mitschwimmen zu müssen und mich stattdessen mit ganzer Seele zwischen die Zeilen zu werfen und darin zu baden wie in einem türkisblauen Ozean, den ich nur von wundervollen Fotografien kenne und mir mein erfrischendes Herzensbad in den Worten und Bildern jener Menschen zu gönnen, die in meinen Augen noch wahre Kreative sind.

    Schlimm allein finde ich nur die Tatsache, dass mit der Vermarktung des DIY dem Wort Kreativität seine eigentliche Bedeutung entzoegen wurde.
    Woher sonst meinen so viele Menschen, nicht kreativ zu sein ... genau wie es talia fee in ihrem Kommentar anmerkte?

    Wir sind nämlich viel öfter kreativ, als wir meinen, es zu sein.

    Und was das DIY angeht: Auch da mache ich nichts anderes, schon mein Leben lang. Ich putze mir allein die Zähne (na gut, das nicht von Anfang an), ich fahre seit vielen Jahren allein Fahrrad, ich wasche nun allein ab (meine Jungs wollen partout nicht helfen ... tssss...). Und weiß, wann es Zeit ist, Aufgaben einem anderen DIYler abzugeben (nö, mein Fahrrad muss ich nicht mehr ganz allein reparieren, weil mir dazu das Werkzeug, die Muse und die Zeit fehlen ...).
    :-)

    Übrigens erfreue ich mich sehr an diesen DIY-Büchern - selten zuvor konnte ich so leicht Bücher in einem Geschäft zurücklassen ...

    Liebste, müde Grüße ... (ich komme nochmal wieder, wenn ich klarer denken kann).

    Katja

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    1. deine erfrischende nonchalance lässt mich heute fröhlich lächelnd einschlafen, ganz done by myself. danke, liebe katja.

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    2. Dass ich nochmal erlebe, dass andere auch von sich ständig gegenseitig bejubelnden Blogger(innen) genervt sind...und sich auch nicht für deren Bücher interessieren, die - ich könnte nicht mehr zustimmen - nichts zeigen, was man nicht schon auf den Blogs der Autoren gesehen hat!? Und dass jemand es riskiert, wohntechnisch niemals glücklich zu werden, weil er diese Bücher nicht liest ;)
      Ich glaube es kaum! Und dass dies dann jemand auch noch öffentlich zugibt, wo doch unter Bloggerinnen sonst die golende Grundregel lautet: Wenn Du nichts gutes sagen kannst, dann sag gar nichts!

      Ach, was für ein schöner Tag! Danke, liebe Katja!

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    3. Aber liebste Frau Haselmayer, ich schrieb doch fast nur Gutes ... von schönen Blogs, Sinnesbädern und Frischluftatmen. Und von der Freiheit, seinen Kopf zum Denken benutzen zu dürfen.
      Sollte ich wider Erwarten gegen eine mir unbekannte Bloggerregel verstoßen haben, so gestehe ich: Ich hab´s gern getan!

      :D

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    5. oh katja...hab dank für diese ehrlichen worte.
      sie erhellen meinen dienstag. ich werde sie den tag über mit mir herumtragen und mich einfach immer wieder daran erfreuen. erfrischend ehrlich!

      liebgruss
      eni

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  16. Liebe Ulma,
    Deine Gedanken sind interessant - ich gestehe - den ganzen Post auf einmal zu erfassen ist mir nicht gelungen.
    Aber kann es sein, dass sich hier ein Beharken gegenüber anderen Bloggerinnen auftut? Wer schreibt klüger, lobt Dich mehr, um dann die Wendung zu kriegen, irgendwelche fiktiven anderen Schreiberinnen anzugreifen?

    Ehrlich gesagt ist mir die ganze "DIY"-Szene völlig wurscht (ich erlaube mir diese Freiheit). Sie beeinträchtigt mich nicht negativ, sie nimmt mir nichts (im Gegenteil - es gibt vieles, was ich gerne schon mal bestaunt, jedoch nicht nachgemacht habe).
    Wo ist das Problem? Blog-Seiten, die mir nicht gefallen, lese ich einfach nicht. Das ist wie beim Zeitschriftenregal. Überfallmäßig stehen drei Wände voller Illustrierten im Eingangsbereich unseres Lebensmittelmarkts, die mich völlig kalt lassen.

    Ich gehöre auch zu jenen bedauernswerten Geschöpfen, die ihr Geld im weniger/überhaupt nicht "kreativen" Milieu verdienen und dort aber die liebsten Menschen kennengelernt hat. Kreativ sind hier allenfalls die Dialoge und die kleinen Slapsticks, die uns den Alltag verschönern. Und dann freue ich mich auf meine stille Zeit vor dem PC und dem Lesen von Blogs. Und sollte sich was eingeschlichen haben, was mir nicht zusagt, habe ich eine Maus und kann wegklicken.
    Also, liebste Ulma, ich lese gern bei Dir, mag Deine Zeilen, freue mich, dass es Dich gibt. Schade nur, wenn genau hier eine Diskussion losgetreten wird, in der es darum geht, auf andere Bloggerinnen loszugehen. Leben und leben lassen, kann ich da nur sagen.
    Liebste Grüsse Barbara

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    1. oh, liebe barbara, ich glaube da spürst du aus meinen worten was heraus, was ich so nicht hineingelegt habe in sie. auch fehlt dort jeglicher bezug zu blogs; im blick hatte ich die einleitend erwähnten bücher. weißt du, mein gedanke war ein eintreten für etwas, das uns das leben angenehmer macht, nicht für das gegenteil; und gegen jemanden nun wirklich gar nicht.

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    2. Liebe Barbara,

      eine Diskussion kann nur entstehen, wenn man auch sie leben lässt. Und zu Diskussionen bedarf es verschiedener Ansichten, Meinungen, Meinungsumbilden, Denkanstöße davor und Gedankengut hinterher.

      Die allgemeine Entwicklung ist weder auf Blogs noch Bücher beschränkt, sondern mehrt sich im ins Leben getragenen Verkonsumierenmüssens. Es geht nicht darum, den oder die oder das zu verteufeln, denn ich unterstelle jedem, der hier liest, dass er die von dir erwähnte "nichtlesenmüssen"-Strategie anzuwenden weiß.

      Dass man aber Trends für sich selbst kritisch hinterfragt, sei jedem ans Herz gelegt, denn mit dem Ausschalten der technischen Geräte hört der Bekehrungswert nicht auf. Gemäß "Du bist, was du gelesen hast.", nimmt man mit, was einem auf dem goldenen Tablett serviert wurde und übernimmt leider all zu oft Massenkompatibilität, ohne die Werte derselbe infrage zu stellen. Dabei sein zählt (man schaue sich nur mal psychologische Studien zum angebissenen Apfel an), Mitdenken oft nicht gewünscht, denn dann kämen Kritiker zu Wort, die den bisher Überzeugten zum Umdenken bewegen könnten und das wäre fatal für´s Geschäft.

      Und warum nur, frage ich mich gerade, herrscht im Bloggerleben immer die Regel, dass niemals kritische Gedanken geäußert werden dürfen? Es geht weder darum, jemanden zu defamieren, noch darum, willkürlich anzugreifen. Wieso aber um alles in der Welt muss man in Blogs immer wegklicken, wenn einem etwas nicht gefällt, anstatt eine vielleicht inspirierende Diskussion ins Leben zu rufen, die allen Beteiligten etwas geben könnte?
      Der Höflichkeit halber? Weil man das immer so macht? Weil Kritiker nicht gewünscht sind? Weil mit Kritik nicht umgegangen werden kann?
      Ist das nicht ein bisschen einfach?
      Führt nicht genau das dazu, dass so viele eben nicht mehr denken, nicht mehr hinterfragen und einfach mal blindlings mitlaufen?
      Ins Offlineleben und auf andere Ebenen übertragen treibt mir dieser Ansatz in gewisser Weise die Sorgenfalten ins Gesicht.
      Denn genau so ist das Leben nicht. Miteinander kommunizieren bedeutet nicht nur, stets mit dem Kopf zu nicken. Miteinander zu kommunzieren und sich auszutauschen bedeutet im realen leben nämlich auch, sich selbst kritisch zu hinterfragen, ebenso wie die Handlungen und Worte anderer Menschen, um eine eigene Meinung und Maßstäbe für´s Leben zu finden.

      Just my 2 cents.

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    3. dazu muss ich jetzt aber nicken.

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    4. Den Gedanken finde ich eigentlich total gut. So oft hab ich auch schon gedacht, ich schreib jetzt etwas zu den stereotypen DIY-Projekten, die immer wieder auftauchen und so tun, als wären sie einzigartig, aber meistens habe ich mich auch für wegklicken entschieden und nichts gesagt. Warum? Weil es auch soviel Echtes und Schönes, soviel Herz und soviel Persönlichkeiten in der Blogwelt gibt, Menschen denen ich sagen möchte, wie gern ich sie habe und wie doll ich es genieße, ein Stück Leben und Arbeit von ihnen mitzukriegen. Ich habe schlichtweg keine Lust und Energie Kritik zu äußern an den Blogs, die mir egal sind und verwende meine Zeit lieber dafür, meine Lieblinge aufzusuchen und neue zu entdecken. Aber sicher hast Du absolut recht, wenn Du sagst, dass diese Diskussionsebene in der Blogwelt fehlt und das "sich hinterfragen" bei vielen einfach auf der Strecke bleibt ...

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  17. liebe ulma,

    etwas am rande, aber unbedingt wichtig für mich persönlich. mit deleuze habe ich mich immer schwer getan und ihn daher auch nie zu meinem wegbegleiter gemacht. sein rhizom ... ja, auch damit tue ich mich schwer. es ist so abstrakt ... daher eine kleine, vielleicht blöde bitte: würdest du mir ein rhizom zeichnen? am liebsten das kreativitätsrhizom. zur veranschaulichung.

    herzlichst
    i

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    1. eine herrliche sonntagsskizzenidee, liebe indre, die auf umsetzung wartet.

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    2. oh, wie schön. ich bin gespannt! ;D

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    3. ha! neulich erst, lauschte ich herrn j. vogl im netz. er sprach genau über dieses rhizom ;) vogl mag ich, weil er so poetisch und visuell theoretisiert. lasst uns ein rhizom zeichnen. aber ich bin grade auszeitig ... ähm ... ach das belebt mich nun ja. ich möchte dein rhizom aber nicht sehen, bevor ich meins aufs papier gebracht habe! bitte.

      tabea

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    4. wie fein, tabea, wir bleiben im austausch und drücken gemeinsam den startschusspistolenabzug zum rhizomzeigen, ja?

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    5. Ich merke auf und bin höchst neugierig ;-) Bis bald Ghislana

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    6. ja so machen wirs!

      ;) t

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  18. danke...einfach nur danke!!!
    wie bei indre kann ich auch dir nur sagen...es trifft meine schon langgehegten gedanken!!! nur fehlt mir bis jetzt die muse und zeit sie so zu papier zu bringen, dass es beim lesenden keinen knoten im hirn verursacht! du hast das wunderbar geschafft und dafür danke ich dir. ich werde deine gedanken und auch indres eine weitere woche mit mir herumtragen. sie wirken lassen. kreisen lassen. mich darüber freuen. und vielleicht vielleicht überkommt es mich und ich schreibe meine gedanken dazu auch nochmal auf.

    liebgruss und von herzen danke!
    eni

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    1. das würde mich freuen, liebe eni, und interessieren. und danke. (boah, ich finde das gedankenordnen auch so schwer, wenn so viel zu etwas da sind ...)

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  19. bRauche noch zeit. es ratteRt.

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  20. Liebe ulma,

    auf eine Art gebe ich Dir und Noz Recht - diskutieren ist natürlich völlig in Ordnung und zum Gedanken ordnen prima. Besonders wenn es zweierlei oder mehr Meinungen gibt.

    Möglich, dass es die Kommentare waren (oder war es nur einer?), die ziemlich merkwürdig rüber gekommen sind. Wohntechnisch unzufriedene Bloggerinnen, die Bücher schreiben und sich gegenseitig bejubeln???? Hä? Was? Daher mein "Leben und leben lassen ..."-Kritikpunkt.

    Also - nichts für ungut - ich lese gerne bei Dir und meinte nicht Deinen Post. Hatte halt einfach nur eine kleine andere Meinung.

    Umarmung für Dich liebe Ulma. (Du wohnst in Graz??? Meiner Lieblingsstadt?) Toll!

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    1. fürs einbringen der eigenen meinung ist sie da, die kommentarfunktion, liebe barbara, so soll es sein :)

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  21. ich hab ihn gerne gelesen, deinen post! obwohl es mir zugegebenermaßen schwer fiel, all deinen gedankengängen zu folgen.
    die diy-bewegung hat für mich ganz klar vor- UND nachteile. mit zunehmender anzahl an kommentaren merke ich jedoch, dass es sehr viele aspekte und blickwinkel gibt, die es bei einer aussage zu beachten gilt. aus diesem grund halte ich mich an birgit und bin ebenfalls der meinung, jeder sollte seinen eigenen weg finden, um die welt ein stückchen besser zu machen – wie auch immer dieser aussehen mag. vielen dank dank an indre und dich - für die anregung, sich mit dem thema auseinanderzusetzen! und bei katjas kommentar kann ich ebenfalls abnicken: ein bisschen mehr mut und kritik würden nicht schaden - im sinne des fortschritts.
    liebste grüße, isabell

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    1. liebe isabell, die zahl der zu beachtenden aspekte steigt mit jedem neuen nachdenkanlauf, habe ich das gefühl. beim aussortieren und ordnen für den text sind ein paar durch den rost gefallen, die durch die kommentare glücklicherweise wieder heraufgefischt werden.
      ich kann birgits ansatz ebenfalls viel abgewinnen; ein suchen nach gemeinsamen wegen für die verwirklichung von veränderungsbestrebungen, der glaube daran, dass es vielleicht doch gehen könnte - mit liegt am festhalten daran.

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  22. Meinen Beruf mache ich seit jetzt 25 Jahren, wenn man Ausbildung und Studium mit einrechnet. Er hat das, was man einen kreativen Anteil nennen könnte, allerdings ist dieser auf maximal 20% des Gesamtumfangs reduziert. Früher war jungen Menschen das durchaus bewusst. Das war vor dem Boom der Kreativität. Seit ca. 2 Jahren bekomme ich mehrere Anfragen pro Wochen von Mädchen, die nach einem Schüler- oder Vorpraktikum anfragen, weil sie sich unbedingt kreativ verwirklichen wollen. Mir verursacht das auch ein Würgegefühl im Hals. Auch in Anbetracht der wirtschaftlichen Aussichten, die die Überschwemmung des Marktes mit "Kreativen" ohne fundierte Fachkenntnisse seit einigen Jahren mit sich bringt. Der Beruf "Designer" ist nicht geschützt und so kann sich heute jeder Wohndesigner, Webdesigner und ähnliches nennen. Kreativmärkte und Gartenmärkte schießen wie Pilze aus dem Boden und während ich mich vor 8 Jahren noch auf die 2 Märkte der Region jedes Jahr gefreut habe, setzt heute angesichts der Überangebotes eine ziemliche Ermüdung ein. Es wiederholt sich alles, es fehlt oft an Substanz. Es ist inzwischen ein Massenphänomen, für das extra Busparkplätze gebautwerden und für das man Eintritt bezahlt. Ein einträgliches Geschäft für Veranstalter und die klammen Kassen der Schlösserverwaltngen. Die Menschen möchten alle etwas mit ihren Händen selber machen, um sich selbst zu verwirklcihen, jeder will seine Kreativität ausleben. Finde ich im Prinzip auch völlig o.k., wenn es persönlich glücklich amcht. Wenn die Kreativität aber in vielen Schichten zum Zwang wird wie jeder Trend, bei dem out ist wer nicht mitmacht, dann macht es mir Pickel.
    Etwas altes "upzucyceln" ist für mich kein Programm zur Rettung der Weltwirtschaft oder der Ressourcen, meistens finde ich viele Dinge einfach zu schade und zu schön, um sie einstampfen zu lassen.
    Und jetzt gehe ich mir mal das neue Wirtschaftssystem anschauen...

    Herzlich, Katja

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    1. liebe katja, ich danke dir fürs einbringen. ich denke auch, dass die "kreativitäts"schwemme verbunden mit der crux einer reihe an ungeschützten gewerben gerade für im gestaltungsbereich ausgebildete und beruflich tätige ein weit reichendes problem ist. ganz will mir auch nicht einleuchten, warum die gewerbeschutzrichtlinien hier so schlaff sind. freilich, die spreu trennt sich bei etwas genauerem hinsehen recht schnell vom weizen, ähnlich wie auch im kunstbereich etwa. bestimmt gibt es leute, die wirklich gute sachen machen, ohne einen klassischen ausbildungsweg durchlaufen zu haben zu dem, was sie tun, aber ich denke, für das gros gilt, dass am "produkt" die tatsächlich darin und dahinter steckende substanz durchaus ablesbar ist.
      das problem ist wohl einfach der schritt an die öffentlichkeit in einer form, wie sie oben auch von eni schon angesprochen wurde und die da zu verstehen gibt: schaut her, ihr lieben, ich kann das alles ohne ausbildung und ich verkaufe euch das jetzt, womöglich zusätzlich zu einem preis, der dem einem ernsthaften tun zugrundeliegenden aufwand etc. hohn spricht (und hier muss ich mich, zudem als "gelernte" künstlerin, auch selbst ander nase nehmen).
      der andere aspekt ist der, dass das, was da sein sollte, um menschen glücklicher zu machen, das selbstbestimmte erzeugende tun, sie de facto unglücklich macht und ihnen selbstzweifel einzujagen imstande ist - der "kreative imperativ" nach reckwitz. zum kopfschütteln schade finde ich das.

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  23. Unfreiwillig heute "ans Sofa" gefesselt, habe ich so doch Zeit gehabt (oder mir genommen...) mich noch mal durch die vielen Kommentare zu lesen. Ja - es ist ein vielschichtiges, komplexes Thema, wie man an den Antworten, Fragen und Übelegungen merken kann, und das kann gut und gerne Knoten im Hirn verursachen... Aber solange soviele bereit sind überhaupt mitzudenken - das ist doch toll! Mein Verhältnis zur Kreativität (und zum kreativen Gestalten als genuin menschlicher Ausdrucksform) ist ein ganz persönlich gewachsenes, und das werde ich sobald es passt (und sich ein paar Gedankenknoten gelöst haben) wohl auch mal in einem Post aufgreifen. Dass Kunst auch mit Können zu tun hat und nicht jeder kreative Erguss Kriterien von Kunst erfüllt (aber den Schöpfer dennoch glücklich macht ;-)) ist unbenommen und ich erinnere mich des leisen Grauens, im ersten Künstlerhandbuch eines Landkreises nach der Wende die Künstler mit "Hobby"kreativen alphabetisch und ohne den leisesten Hauch von Unterschied versammelt gesehen zu haben. Das fand ich gegenüber den Künstler/innen (von denen es hier auch welche gibt ;-)) "daneben", und was ihr dann über die "Preise" schreibt, ist genau das: ein Herabwürdigen von Wert von Kunst... - Was mir wichtig ist: Kreativität als freie Lebensäußerung zu fördern und zuzulassen und - nach so oft erfolgtem Bruch während der Schulzeit - wiederzuentdecken. Und dabei vielleicht sogar ins Gespräch zu kommen über Ästhetik, Kunst, Geschmack aus vorsichtigerer Perspektive als sich ein "Urteil" anzumaßen... - So versuche ich es jedenfalls in meinem Unterricht und in meinen Kursen, jenseits von Vorschriften, Regeln oder Schablonenhaftigkeit. Mit dem Fokus auf dem sehr erfüllend sein könnenden Prozess des Gestaltens (der nie nur eine Frage der handwerklichen Geschicklichkeit ist sondern auch eine innere, oft gar seelische Komponente hat), nicht auf dem "vorzeigbaren" oder gar "verkäuflichen" Ergebnis (das sich aber manchmal "ergibt"). Deshalb wahrscheinlich auch mein Bevorzugen intuitiver, assoziativer und Zufallstechniken. Kreatives Gestalten als Selbstäußerung (die - nebenbei - manchen in Worten sogar schwerer fällt oder gar unmöglich ist...). - Und noch eins - alleine kann niemand die Welt retten, klar - aber ich bin gerne mit denen, die es - nach ihren Kräften, mit durchaus dem passenen "eigenem" Weg und Vermögen und auch mit kleinsten Schritten - versuchen. Dass das gängige Wirtschaftssystem nicht mehr trägt (sozial wie ökologisch, und auch ökonomisch nicht mehr!) und wohl - samt der lange Zeit fachdisziplinenverliebten Wissenschaft - ein gehöriges Maß dazu beigetragen hat, dass die Gesellschaft (die wir alle sind...) vor den Problemen steht, die wir kennen: davor die Augen zu verschließen oder sich hinter "was kann ich schon tun" zu verstecken oder zu "denen da oben" zu zeigen - ich kann es schon lange nicht mehr. Und deshalb freue ich mich so über Ulmas Post und herze sie dolle! Ghislana

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    1. oh ja, liebe ghislana, das tun mit den händen, mit ihnen etwas hervorzubringen - das sehe auch ich als eminent sinnstiftend, womöglich sogar heilsam. sehr interessant klingt für mich, was du unterrichtend machst und wie du es machst. und der kleine resignationsschatten, der schon aufzutauchen sich anschickte bei mir, ist ein ordentliches stück weit zurückgedrängt worden durch deine worte, die mich zuversichtlicher stimmen. auf deinen post bin ich gespannt.

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  24. Uijuijui, das ist aber eine Diskussion! Habe bei Indre schon gelesen und finde das ganze wirklich spannend und es trifft auch meine Gedanken. Deinen Post muss ich glaub ich auch nochmal lesen, denn alle Fremdwörter kenne ich, wie Melanie auch nicht ;-)
    Ich finde den Denkanstoß total wichtig und werde die Diskussion sicher auch weiter mit mir herumtragen und mir weiter meine Gedanken machen, aber ich weiß nicht, ob ich imstande bin, sie dann auch zu Papier zu bringen, mal schauen ... Auf jeden Fall Danke ich Dir schonmal und allen, die bisher etwas dazu gesagt haben ...
    Liebste Grüße von Meike

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    1. danke, liebe meike, auf deine gedanken dazu wäre ich sehr gespannt, wobei das mit dem niederschreiben tatsächlich so eine sache ist - ganz ist es mir ja auch nicht geglückt, wenn ich den text durch eingeschleuste fremdwörter schwer verständlich gemacht habe. (ganz abgesehen von den nicht erwähnten punkten, von denen viele zum glück aber in der diskussion angesprochen wurden.)

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    2. ... es ist einfach zu spät für soviele Fremdwörter liebste Füchsleinmama!
      Jaaa, ich bin immer noch hier und lese und beim Quitschvergnügtheitskompott bin ich noch nicht angekommen, auch wenn es verlockend winkt! Es muss wohl bis morgen warten!

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  25. Liebe Ulma,
    gerne habe ich mir ebenfalls die Zeit genommen bis gaanz runter zu lesen und bin erfrischt von Deinen Ausführungen zum Thema !
    Ich doe schon von Klein auf self und brauchte dazu keine Welle und keine Bücher :)
    Eine solide handwerkliche Ausbildung (die auch mal keinen Spass gemacht hat und anstrengend sein konnte)und ein Gestaltungsstudium waren für mich persönlich unerlässlich als Grundlagen für mein selbst und ständiges kreatives Tun. Unter kreativ verstehe ich ebenso ein wirkliches Hervorbringen von etwas "Neuem" und nicht das bloße Aneinanderreihen fertig eingekaufter Teilchen aus teilweise wohl zweifelhaftem Material,bei dessem bloßen Anblick meine Haut schon juckt.
    Wie schon gesagt wurde ergibt sich daraus ein Heer von "Designern" - mir fehlt manchmal eine gescheite Berufsbezeichnung um sich davon als "ProfessionelleR" abzuheben ...

    Grundsätzlich finde ich es toll,wenn JedeR selbst nach Lust und Laune aktiv wird und bastelt,werkelt,klebt,pinselt,schnibbelt ...,halte es aber auch gerne mit dem guten Karl Valentin "Kunst kommt von Können,käme es von Wollen hieße es Wunst" :)

    Allen frohes Schaffen !

    Herzliche Grüße und ich lese gerne wieder rein
    Stefanie

    P.S.: Eichhörnchen mag ich auch sehr gerne :)

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    1. oh ja, der herr valentin hat die sache viel prägnanter erfasst :)

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  26. Liebe Ulma,
    ich bin zwar etwas spät auf die Diskussion gestossen, fühle mich aber sehr angesprochen und habe auf meinem, noch ganz jungen Blog auch einige Gedanken dazu fließen lassen. Ich finde es spannend, die Diskussion aus verschiedenen Blickwinkeln zu verfolgen und überhaupt zu führen...
    Liebe Grüße,
    Sabine

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danke für deine zeit.