26.8.13

zitronenmousse



in anbetracht des doch recht unvermittelten inderversenkungverschwindens jeglicher rezeptpostings hier könnte man geneigt sein zu meinen, im hause ulma würde nicht mehr gegessen oder so. haha. weit gefehlt. tatsächlich ist es nämlich so: wir schaffen es ganz einfach nicht, das gekochte, gebackene, gerührte zu fotografieren, bevor wir es essen. so schauts aus. also, ich schaffe es nicht (die diesbezüglichen ambitionen meiner mitessenden hier halten sich ohnedies in grenzen und ich habe den verdacht, dass sie auch nicht ganz unfroh darüber sind, nicht noch diverse aufdentischkraxlereien und ähnliche essensverzögernde spompanadeln, wie das hierzulande so schön heißt, meinerseits zum zwecke des rechten fotoblicks mit hungrigen bäuchen, das besteck bereits gezückt, abwarten zu müssen, bevor das aufgetischte endlich seinem wahren bestimmungsort zugeführt werden darf) — mit einer kleinen im halbaufgegessenen zustand gerade noch eingefangenen ausnahme: der himmlischen zitronenmousse, die einmal behimbeert war, ein paar minuten früher. frisch schmeckt sie und zugleich so schön gewichtig-cremig, wodurch sie sich formidabel spätsommerlich macht.


gerührt hab ich sie so: einer von zwei bio-zitronen die schale abgeraspelt und den saft beider ausgepresst. saft und schale gemeinsam mit 75 g reissirup in 1/4 kilo ricotta gut eingemixt. 200 ml sahne gemeinsam mit einem päckchen vanillezucker steifgeschlagen und unter die creme gezogen. in gläser gefüllt und eine rosa decke aus ein paar pürierten puderbezuckerten himbeeren darübergelegt; ein paar ganze noch oben drauf und dann für ein paar stündchen in den kühlschrank gestellt. das wars auch schon.


meiner mit himbeeren so fest verknoteten etymologieliebe zuliebe noch, in studienanfangszeitenerinnerungen schwelgend: das präfix him- ist ein unikales morphem, das heißt, es kommt nur in dieser einen verbindung vor; es geht zurück auf ahd. hinta = hirschkuh. die himbeere könnte etymologisch betrachtet die beere sein, die wächst, wo die hirschkuh weidet. schön oder? ich mag so unbedingt alltagsnotwendiges und -brauchbares wissen! kommt gut durch den tag damit!

wer sonst noch montäglich mhhhhhhende glücksmomente zubringt und das in einer form, die vorheriges abfotografieren erlaubt, das kann man sich gesammelt hier ansehen.

Kommentare :

  1. Oh wie lecker lecker lecker! Himbeeren zusammen mit Zitronenmouse, da hätt ich das Fotografieren auch nicht abwarten können! Alles zitronige (und dann noch mit Himbeeren!) ist absolut meins... schade, dass all mein Hab und Gut bereits in viel zu viele Kisten verstaut ist, sonst würd ich ihn direkt heut nachmachen, Deinen bestimmt sensationellen Nachtisch. :)

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  2. es zergehen die spompanadeln, ulma. vor den himbeeren ;)

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  3. Liebe Ulma,
    die meinigen essen auch schneller wie ich fotografieren kann. Dein Mousse werde ich ausprobieren vielleicht nächstes Wochenende wenn der Erstgeborene nach langem wiedermal ins Nest und der Drittgeborene von der Abifahrt zurück ist, der dritte liebt nämlich Zitronen und die anderen drei lieben Zitronen und Himbeeren und ich liebe Himbeeren und Zitronen und alle vier Söhne und ihren Vater dazu.
    herzlich Judika
    P.S. habe es geschafft das Pinterestsymbol einzubinden, danke Dir.

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  4. oh,liebe ulma , das klingt für mich sooo supermegagsofortessenwollengut!!!! ich löffel doch so gerne süßsaures!(in welcher kindlichen phase ich da wohl stecken geblieben bin?)
    das mit dem essen fotografieren ist bei mir auch so eine gschicht:
    "mama , des willsch jetzt aba nit wirklich fotografieren ?"
    ich hab mir schon überlegt ,alles 2 mal zu kochen ...
    ganz liebe grüße ursula

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  5. ich liebe zitronenmousse und hätte das sicher auch schneller verputzt als die knipse gezückt....
    liebe grüße mickey

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  6. liebe ulma, allein das lesen ist ein genuss!

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  7. Das kenne ich..., Reaktionen auf "halt, ich muss noch ein Foto machen...", wenn der Duft den Appetit schon so gesteigert hat und manchmal wirklich der Magen schon etwas knurrt, weil selbstvergessen die potenziellen Köche im Wald rumdösten... Und sonst: ich freue mich, dass du dich gefreut hast ;-). Das war die kleine Absicht dieses "einfach so"...! Lieben Gruß Ghislana

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  8. Ich - leider nicht so wunderbar poetisch veranlagt wie Du, liebe Ulma -, halte nach vielen Waldspaziergängen mit optisch wie olfaktorisch unterschiedlichst bemerkenswerten Entdeckungen die "hindenbeere" für die korrekte etymologische Herleitung, aber das Weiden sozusagen für das Handlungs-Präfix dessen, was namensgebend Pate stand ... obwohl man sich dann aufgrund der Farbe fragt, weshalb nicht die Brombeere Himbeere heißt und der Himbeere somit poetischere Benamsungsoptionen offen blieben.
    Ach, egal. Da also, wo die Hirschkuh weidet. Schön! Und da ich das auch dringend nachraspeln und -rühren möchte, halte ich mich da jetzt ganz fest an Deine Assoziationen und vergesse die meinen, hihi!

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    1. haha, wie wunderschön, poetisch obendrein! also doch auch eine hinternbeere gewissermaßen ... rühr gut!

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  9. Ich gehe dann mal in den Garten, mal schauen ob ich die Hirschkuh entdecke...ansonsten bleibts bei den Beeren, him oder her.

    LG verena

    PS: Auch bei uns ist das Essen meist schneller vernichtet, als dass ich die Kamera zücken könnte.

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  10. Hmm, ich hatte heute auch schon einen fruchtigen Beeren-Nachtisch. Ich liebe es, wenn sich der rote Beerensaft mit beliebiger weißer, cremiger Masse vermischt. Himmlisch... auch deine Illustration!
    Hab eine tolle Woche,
    Anne

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  11. klingt wahrlich verlockend...und verständlich, dass es nur noch die Reste aufs Bild geschafft haben... liebst Uli -die Kramerin

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  12. Es spricht ja einiges für deine Kochkünste...wenn das Essen schneller verputzt ist als du die Kamera zücken kannst...;-) LG Lotta.

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  13. klingt so köstlich, dass ich gleich zitronen reiben werde. ich hoffe, der reissirup kann es verschmerzen, dass er nicht dabei sein wird... und jetzt schau ich mal in nachbars garten, ob sich zwischen den himbeerbüschen eine hirschkuh rumtreibt.
    ich berichte dir. liebe grüße von mano
    ps: in meinem fotoarchiv befinden sich jede menge bilder von angeknabberter pizza, halbleeren pastatellern, kuchenkrümeln, abgeschleckten gabeln und so. meist bin ich selbst schneller als der fotoapparat...

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  14. Bei uns heißt sie *Himmelbeere* - vielleicht (auch) wegen dem unikalen Morphem. Ein erstaunliches Phänomen! Merci fürs Darauf-Hinweisen! Und jetzt dazu ein Gläschen Ulma-Unikat... schön wärs!

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  15. Das klingt sehr köstlich und ist wieder mal sehr schön von Dir in Szene gesetzt worden!
    Und falls Du dich je fragen solltest, warum ich immer seltener Rezepte poste, dann liegt das eben daran, dass auch ich die Essens-Verzögerung schon recht satt habe :-)
    LG, Steffi

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  16. eine äußeRst foRmidabel klingende komposition.
    sie wiRd hieR einzug finden. die tage.

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  17. oh wie leckerst!
    das muss ich auch machen...im neuen zuhause dann, wenn die küche wieder eine küche ist und kein chaos.
    ich liebe himbeere...schon immer.
    in meiner kindheit hatten wir riesen himbeersträucher im garten.
    wir sind den ganzen sommer drumherumgeschlichen, bis endlich die süssen, pinken früchte daran hingen und wir sie naschen konnten.
    ich liebe sie. immer noch!

    küsse
    eni

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  18. Hach, meine Liebe, das kommt mir alles so bekannt vor .. Auf der einen Seite die vielfältigen Köstlichkeiten, die man mit Wonne kredenzt und auf der anderen die Unlust, diesen famosen Moment mit Knipserei zu zerstören.

    Wunderbar geschrieben und bebildert. Wie immer! Abgegrundet mit beiläufigem Wissen, was mir hier ganz besonders gut gefällt. Und wie ich mich kenne, werde ich nun die Hirschkuh immer vor Augen haben und trotzdem noch ein halbes Jahr den verlorenen Gutschein suchen ..

    Alles Liebe und ein extra großes Dankeschön für all Deine wunderbaren Kommentare!
    Sindy

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  19. Zitronen und Himbeeren - beide sind hier sehr willkommen und deine Mischung überzeugt mich sehr.

    Liebe Grüße

    Margarete

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  20. Wie war das mit den Kochparallelen? Deine Zitronenmousse wandert in meine Sammlung - und ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass sie nicht vorzüglich mundet:)
    Hab lieben Dank dafür!
    Auf bald,
    Steffi

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  21. Durch deine feinsten Zeichnungen bin ich gerade zu großzügist im Vergeben nichteingefangener Eindrücke deiner Gaumenfreuden. Deine Halbvollhalbleervariante allerdings finde ich mehr als ansprechend, mit viel Platz zum Zurück- und Vorwärtsdenken und Geschichte ums Bild bauen, so dass ich mich auch daran herzlichst erfreuen kann. Und die Mischung macht´s ja sowieso - ein wahrhaft schönes Gaumenaugenfreudenpost.
    Danke sehr!

    &

    Liebste Grüße

    Katja

    PS: Meine Familie, teilweise auch dezent genervt, ob des "Wartet mal, ich muss noch fotoografieren"s, hat mittlerweile eine gesunde Einstellung und holt mich manchmal an der Stelle ab. Gestern erst meinte der Lütte, nachdem er seine Zuckertüte bekommen hatte: "Mama, willst du mich nicht erst mal fotografieren, bevor ich sie auspacke?" Manchmal klappt das mit der leisen Erziehung :-)

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  22. Ha, genau! Bei mir gibt's aus dem selben Grund fast ausschließlich süße Rezepte gibt – nur sowas lebt lang genug um zum Shootingstar zu avancieren. Schöne Vorstellung: Du auf dem Tisch rumkraxelnd. :-)
    Liebe Grüße
    Sonja

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  23. Wie gut wenn man so wunderbar zeichnen kann wie Du! Dann ist es auch egal, wenn die köstlichen Dinge schnell verputzt sind, bevor man zum fotografieren kommt :-)

    Sonnige Urlaubsgrüße
    Sabine

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  24. was für eine Kreation! klingt köstlich.

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  25. ohoh!! das klingt ja köstlich!!! muss ich ausprobieren! alles liebe, eva

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danke für deine zeit.