30.4.13

zwölftelblick # 4



aufgewacht mit der plötzlichen erkenntnis, dass der april ein dreißigtagemonat ist, der heutige tag also der letzte hierin und es mithin höchste zeit wird, meinen vierten 12telblick zu werfen, mit dem schon das erste jahresdrittel voll wird, kopfwackelnd erwägend, ob ich eher verwundert oder erschrocken sein soll darüber, mich für überrascht entscheidend, haben das füchslein und ich uns heute vormittag im kanon niesend auf den blütengesäumten (ad niesend) weg zum teich gemacht, um festzustellen: es grünt. nicht nur auf den bäumen und wiesen, sondern auch im teich. mein fotoauge findet das wenig erklecklich. enten, boote und füchslein sind auf einer anderen gelasseneheitsstufe, nehmen die grünhegemonie unbeeindruckt hin und chillen ein wenig im halbschatten.


fuxhaxn.

diese zwei füßlein können in der zwischenzeit im übrigen schon recht gut stehen, zum gehen wollen sie sich aber noch nicht durchringen. wieder kein entenjagderfolg also; wo sie doch so dreistnah herangewatschelt kam, die vermeintliche beute! fürs finden der richtigen perspektive die erst erahnbare zweibeinmobilität aber ein klarer vorteil für mich. voilà, ich bin zufrieden. (zum vergleich hier jänner, februar und märz - obwohl, im ernst, da klickt doch keiner hin oder? na, trotzdem.) das liegt im guten fall an der diesmal gar nicht so schlecht gelungenen kongruenzannäherung, im noch besseren fall an einem womöglich tatsächlich erfolgten zumindest klitzekleinen perfektionsanspruchherunterschraublernfortschritt.

ich übe mich weiter im reframen. fürs erste bei meiner heutigen des ein oder anderen kleinen daumendrückers bedürfenden löwenzahnundfichtenwipfeleinkochversuchspremiere. mal sehen.

28.4.13

27.4.13

guter mond


gestern endlich das erste abendliche sitzen am balkon, mit dem hinter den dächern heraufsteigenden mond die stille genießen. ich lasse ihn himmelwärts weiterwandern zu katja.


zur ruhe des einen mondes schickte ein anderer mond mir ein päckchen mit allerliebsten hübschheiten; als dem ritterschlag analoge imkerinneninitiation gleichsam: bei bimbambuki gibt es allfreitäglich ein so fein durchdachtes rebus zu lösen; und als wäre das nicht allein schon frohmachend genug, kann man dort auch noch etwas gewinnen, wenn man nur oft genug die richtige antwort findet und dann auch noch dreimal das große bienchenlosglück auf seiner seite hat. ich sage nur: juhu. und danke, gute(r) mond. ich werde weiterraten - und die gewinnerinnenüberraschung spricht in sachen rätselmotivation für die, die noch nicht mitgemacht haben bislang, wohl für sich.


einen samstag, wie er im besten falle sein kann, wünsche ich euch. mit neuem vogeltäschchen gehe ich baumblütenprachtstaunen.

25.4.13

kleines rhababern zur fröhlichkeit


rhabarber, endlich rhabarber. mit dem rhabarber beginnt der frühling, sagt eine meiner ingeniösesten lebensweisheiten. und der rhabarbernde küchenfrühling beginnt mit dem rhabarberkompott. über solchen und ähnlich sinnigen meiner freude entpurzelnden sentenzen hätte ich aber beinahe vergessen, dass ich des füchsleins bekanntschaft mit zucker gerne noch ein wenig hinausgezögert hätte, und hätte (aller guten hätte sind drei) also um rhabarberstangenbreite frischfröhlich die beherzt geschnittenen rhabarberstücke mit zuckerhügeln berieselt. welch glück, dass ausgerechnet da das füchslein angekrabbelt kam, um sich an mamas rockzipfel aufzurichten und nach dem rechten zu sehen, beim anblick der grün-rosa nuancierten stielscheiben wild zwischen eben diesen und seinem mund hin- und hergestikulierend und seinem ansinnen schmatzend akustischen nachdruck verleihend. oh, dann wohl heuer zuckerfreie rhabarbereien - gedacht, gemacht, und zwar so:

150 g rosinen und 60 g kokosflocken mit etwa 200 ml wasser übergossen und zugedeckt einige stunden lang ziehen lassen. 500 g rhabarber unabgeschält in fingerbreiten stücken, einen gleich behandelten großen apfel, den saft einer halben zitrone, das mark einer vanilleschote und noch einmal etwas wasser dazugegeben und vielleicht fünf, vielleicht auch sieben minuten bei mittlerer hitze köcheln lassen. schließlich einen guten esslöffel vanillepuddingpulver in einem großen schluck wasser aufgelöst, eingerührt ins kompott und weiter rührend ganz ungerührt noch einmal aufkochen lassen.

wir sind allesamt entzückt von der kleinkind- und füchsleinkompatiblen rezeptvariante und - weil wir wissen, was sich sprichwörtern gegenüber gehört - rhabarberkompott essend ob dessen dezent saurer note quietschvergnügt. rhabarber, frühling, hallo, wie schön, dass ihr da seid.

23.4.13

neue liebe :: green smoothie



chlorophyllgenuss. geschmacksknospenkuss. gesundheitsfamulus. 

es gibt eine neue liebe in unserer familie. aufgetaucht ist sie hier vor gar nicht allzu langer zeit. und seither begleitet sie uns täglich, ist binnen ein paar wimpernschlägen zu einem richtigen alltagshelden avanciert bei ulmas und reiht sich scharwenzelnd ein in die sich heute bei roboti liebt wieder einfindende defiliercour: der grüne smoothie.

für uns alle vier, wobei das füchslein es mengenmäßig über ein paar nipper nicht hinausbringt, die aber werden mit begeisterung genommen, verwende ich unbedingt in bioqualität: einen mehrere hände füllenden schwung vogerlsalat, der bei vielen meiner leserinnen nicht minder schön rapunzelsalat heißt, zwei orangen, eine banane, nicht immer, aber gerne vier eingeweichte datteln ohne stein und etwas wasser. alles gemeinsam hüpft frischfröhlich in den standmixer und saust dort maimückenhaft vergnügt ein paar wilde runden im kreis, eine minute lang vielleicht, und dreht sich schließlich cremig ein zu einem frühlingsblumenwiesenduftenden gaumencharmeur.


dem grünen smoothie, der aus (fast) jedem grünzeug, obst und etwas wasser gemixt werden kann, werden wahre zaubertrankeigenschaften nachgesagt. schon das feinwürzige aroma allein wäre für mich genussgrund genug; und so: umso lieber. santé!

p.s.: passiert es euch auch immer wieder einmal, dass ihr über irgendetwas schreiben wollt und just zu dem zeitpunkt stoßt ihr auf einem anderen blog auf genau dasselbe thema? mit dem grünen smoothie ist mir das bei sonja passiert, die mit einem alternativrezept aufwartet.

22.4.13

gedanken zur selbermacherei und ein um:GWÖ:hnungsvorschlag


gleich vorweg: der heutige post ist in seiner verbalen ausladendheit ganz und gar unulmaesk. wenn sich die (der?) ein oder andere dennoch die zeit nähme, ihn zu lesen, würde ich mich aber freuen. und ich verspreche auch: das bleibt jetzt nicht so. gedankenstromausnahme. 

in der frühlinsbrise durch die stadt spazierend bleibt mein blick an der buchhändlerauslage hängen und meine augen betasten - tipptipptipp - die rund zwanzig darin ausgestellten bücher, die sich allesamt der doityourselferei widmen. es ist ein bisschen wie mit den eichhörnchen im stadtpark: erhasche ich im schauen eines dieser lieben tierchen, wie es von ast zu ast springt, hüpft eine freudige aufgeregtheit in mir kreise; kommt ein zweites dazu, entsteht ein fröhlicher pas de deux; ab dem dritten beginnt sich das tanzschrittgekitzel aber zunehmend zu einem getrampel zusammenzuknüllen und ein sonderbares unbehagen keimt auf; ab sieben spätestens will ich schließlich nur noch weg von den viechern – sie machen mir angst.

























stricken, falten, drucken, filzen, nähen, töpfern, tischlern, häkeln, ... selbst ernannte bibeln, die zeigen, wie es geht, thronen auf kleinen podestchen und unterstreichen ihre vielversprechendheit in allen denkbaren farben um die wette. mir wird ein bisschen schlecht, würde ein genazino-protagonist wohl sagen. und dieses unwohlsein plumpst mir mitten in einen gedankengutblumentopf, dessen dort vergrabene zwiebeln die nicht zuletzt ob ihrer intellektuellen anstöße und einwürfe in die bloggemeinschaft, in der ich mich hier im virtuellen raum vornehmlich bewege, von mir so geschätzte indre mit ihrem gescheiten "DON'T DO IT YOURSELF - oder: Das Unbehagen an der Kreativität"-beitrag bewässert und zum lossprießen animiert hat.

ja, es ist mir irgendwie auch ein bisschen unheimlich, manchmal sogar zuwider, dieses allesselbermachen(können(wollen)), dieses biedermeier 2.0, als das es mir mit seinem angesichts des zeitpunkts seines auftretens im aktuellen politischen und ökonomischen kontext oft leicht reaktionären beigeschmack erscheint, in dem wir uns seit ein paar jahren befinden. und wenn mir dann jemand mit weltverbesserischen thesen als diy-fundament daherkommt, tun sich bei mir doch einige zweifel auf. an dieses vorgeblich rebellische, das jedem autarkiebestreben per se innewohnt, glaube ich in diesem zusammenhang ganz einfach nicht. es wird ausnahmen geben, hardcorediyer; aber als breitenphänomen trieft die selbermacherei geradezu vor systemtreue: selbermachen ist hip, also wird (auch weil wir ja alle so individuell sind also um dieses individuelle hochzuhalten und ihm ausdruck zu verleihen, und ja, kreativ (!) sind wir vor allem) selbergemacht. zu monieren, dass der motor dahinter rein wirtschaftliches kalkül ist mit dem ziel, einen grandiosen markt zur evokation und befriedigung neuer falscher bedürfnisse im marcuseschen sinn zu etablieren, scheint mir keiner besonderen hellsichtigkeit zu bedürfen.
























was mich tatsächlich so irritiert am diy-boom, ist die ihm zugrundeliegende tatsache unserer ökonomischen instrumentalisierbarkeit, die er uns sinnbildhaft vor augen führt: solange einigermaßen schlau eingefädelt, lässt sich offenbar jede geschäftsidee gesellschaftlich institutionalisieren und in fein abgezirkelten zielgruppen statussymbolhaft zum must-do oder auch must-have aufplustern. und mindestens ebenso irritierend daran finde ich, dass ich mich mit meiner selbermacherei plötzlich selber mitten im mainstream wiederfinde. denn ich liebe es, das selbermachen. dass das seit jeher so ist, ich weniger auf die diy-welle aufgesprungen bin, als sie vielmehr einfach über mich drübergeschwappt ist, hebt mich auch nicht auf eine andere stufe. drinnen ist drinnen. und das hat ja auch durchaus seine vorteile, die ich sehr genieße: material zuhauf, inspiration allenthalben. und mir davon zu nehmen, was mir (qualitativ, quantitativ, moralisch, ökologisch usf.) richtig erscheint, halte ich auch für kaum kritikabel. denn niemals würde ich behaupten, die selbermacherei mit irgendeinem – womöglich genuin antikonsumistisch unterfütterten – unterminierungsimpetus zu betreiben; um des hipseins willen im übrigen schon gar nicht. meine beweggründe sind de facto bar jeglichen unmittelbaren gesellschaftlichen bezugs oder gar sprengstoffs: weil das tun mit meinen händen für mich einen essenziell sinnstiftenden wert besitzt, weil es mein leben bereichert, weil es mich ganz einfach glücklich macht, deshalb. und ich bin überzeugt davon, dass es vielen so geht wie mir, dass das diy-rhizom auch deshalb so wuchert, weil es etwas trifft in uns, einen leerraum, der nach ausfüllung lechzt (dem fahl-esoterisch-küchenpsychologischen gerede dazu mag ich mich nicht hingeben, ich denke, das gemeinte ist klar).


ganz bourdieuianerin gefällt mir aber die infragestellung, die sich diesbezüglich zu regen beginnt, die in der bourdieuschen feldlogik als geradezu obligater reflex anzusehen ist auf das beinahe orthodox gewordene und sich allzu oft schon an der kippe zum manierierten befindende, zuweilen sogar schon gefährlich taumelnde "kreativsein", dem damit hoffentlich der garaus gemacht wird. was ich nämlich nicht ertrage, ist die inflationäre "kreativitäts"infiltration allen tuns, genauer noch die omnipräsenz eines kreativitätsbegriffs, dem etwas abzugewinnen mir nicht gelingen will und mit dem ich mein tun auch nicht dringend und mehr noch dringend nicht identifiziert wissen will. mit der baren hervorbringungsbedeutung des lateinischen creare (erschaffen, gebären, erzeugen) hat die gemeinhin gebräuchliche verwendung der wortsippe "kreativ", auf die ich hier rekurriere, kaum etwas am hut, wird damit doch immer auch etwas "künstlerisches" insinuiert, das bei einem verständnis von kunst als eines netten zeitvertreibs notwendig zum hundegrab wird. was ich sagen will: der zugrundeliegenden fehlinterpretation der beuysschen "jeder mensch ist ein künstler"-saat entsprießen im namen der "kreativität" mitunter recht verhutzelte blüten. grundsätzlich ist dagegen ja auch gar nichts einzuwenden, solange menschen ihre freude daran haben. ebenso wenig einzuwenden dürfte dann aber auch gegen die behauptung sein, dass ein „kreativitäts“imperativ, der solches generiert, grundsätzlich verzichtbar ist, weil er uns nicht weiterbringt. mitnichten bedeutet dies aber, dass kreativität insgesamt überflüssig ist. kreativität als die "Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen“ (barron), als "Antwort oder Idee, die neu ist oder im statistischen Sinne selten" und die dazu dient, "ein Problem zu lösen, einen Zustand zu verbessern oder ein vorhandenes Ziel zu vollenden" (mackinnon), ist definitiv unverzichtbar für jegliches vorankommen, für das überdentellerrandhinausschauen, -denken und -gehen, für das finden neuer lösungsansätze und „Wege des Wirtschaftens und Zusammenlebens“ (indre z.). zum einen denke ich, ist dieses beschreiten neuer pfade dem selbermachen gerade dort inhärent, wo herr reckwitz (wenn ich alles richtig verstanden habe, ich kann mich nur auf indres worte berufen, da ich den originaltext nicht kenne) es ihm explizit abspricht: dort nämlich, wo all jene, die mit dem oben beschriebenen „kreativitäts“deformationsattribut zu versehen einer regelrechten verhöhnung ihres tuns gleichkommt, all jene vielen leute also, die wirklich gute sachen hervorbringen, den versuch wagen, mit ihren erzeugnissen ihr täglich brot oder zumindest ihr täglich salz zu verdienen. eben dieser schritt ist es meines erachtens, der tatsächlich – wenn auch vielleicht nur im allerkleinsten – zu einem gewissen teil etwas subversives bereithält für die, die ihn setzen: ein selbstbestimmteres dasein, ein – ganz altbacken-marxistisch gesprochen – weniger entfremdetes tun, im allerbesten fall etwas mehr glück einfach. davon fehlt mir ein ordentliches stück, wenn der erwerbslebensalltag meine minuten, stunden, tage frisst, sie mir wegfrisst von meinem (meinem!) leben. es mag menschen geben, die in nichtschöpferischen erwerbstätigkeiten voll und ganz aufgehen; ich jedenfalls gehöre nicht dazu.



zum anderen ist freilich nicht abzustreiten, dass mit dem einbringen welcher produkte auch immer in das marktwirtschaftliche rad selbiges in schwung gehalten wird mit uns als fleißig daran drehenden. müßig, altklug zu dozieren, dass ein soloanlaufen dagegen pure energieressourcenverschwendung ist. ein glück, dass es menschen gibt, die kreativ im besten barronschen/mackinnonschen sinne sind, die im lichte der unzufriedenheit mit unserem wirtschaftssystem neue modelle ersinnen und entwickeln, auf der suche nach gangbaren alternativen entwürfe zu strukturellen umbauarbeitsideen basteln und all jenen, die liebäugelnde blicke werfen in richtung einer neuen wirtschaftsordnung, die türen öffnen zur partizipation. gemeinwohl-ökonomie (kurz gwö) heißt eines dieser modelle und recht klug denkt es sich an. und eine lanze möchte ich hier brechen für seine verbreitung – oder drei.

Die Gemeinwohl-Ökonomie beschreibt zentrale Elemente eines sozialeren, ökologischeren und demokratischeren Ordnungsrahmens für die Wirtschaft. [...] Dem Dogma der „Alternativlosigkeit“ des gegenwärtigen Wirtschaftsmodells wird ein konkreter und gangbarer Zukunftsweg entgegengesetzt, ohne in die historischen Extreme Kapitalismus und Kommunismus zurückzufallen. [...] Die Gemeinwohl-Ökonomie ist weder das beste aller Wirtschaftsmodelle noch das Ende der Geschichte, nur ein nächster möglicher Schritt in die Zukunft. Sie ist ein partizipativer und entwicklungsoffener Prozess und sucht Synergien mit ähnlichen Ansätzen. Durch das gemeinsame Engagement zahlreicher mutiger und entschlossener Menschen kann etwas grundlegend Neues geschaffen werden. (quelle)

die grundidee ist so simpel wie gut: "Die Gemeinwohl-Ökonomie beruht auf denselben Grundwerten, die unsere Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind gelingende Beziehungen das, was Menschen am glücklichsten macht und am stärksten motiviert." (quelle) wie funktionieren könnte, was so einleuchtend erscheint und zugleich so unmöglich, ist prägnant gebündelt nachzulesen in der Gemeinwohl-Ökonomie 20 Punkte Zusammenfassung, zu der hinzuklicken, die in ein paar konzentriert-ruhigen minuten gedanklich nachzuvollziehen, ich jedem menschen, dem unzufriedenheitsbekundung allein zu dampfplauderisch-wirkungslos ist, von herzen ans herz legen möchte.


den hut zückend vor allen, die tatsächlich bis hierher gelesen haben, mit hundertausenden kopfwärts im zickzack herumschwirrenden gedanken, hier jetzt fürs erste aber innehaltend, ach, es ist ein weites feld ... und ich bin gerne optimistisch.

21.4.13

skizzen zum sonntag :: perlen






















                                        
                                                               Das Perlhuhn

                                        Das Perlhuhn zählt: eins, zwei, drei, vier ...
                                        Was zählt es wohl, das gute Tier,
                                        dort unter den dunklen Erlen?

                                        Es zählt, von Wissensdrang gejückt,
                                        (die es sowohl wie uns entzückt):
                                        Die Anzahl seiner Perlen.

                                         (Christian Morgenstern)  

18.4.13

kirschblüten


pic: kyoko
dieses wunderbare foto hat mir meine freundin kyoko aus japan geschickt.* kirschblütenzeit. lebenskraft, aufbruch, zartheit, pastellduft, schönheit, fülle; und vergänglichkeit. lebenszeit. und zeit für einen meiner allerliebsten filme: kirschblüten - hanami. am liebsten wieder und wieder. auch eine nette geschichte gibt es dazu: als ich den film vor zwei jahren wieder einmal angesehen habe, habe ich durchgehend geweint. der film ist berührend. ja. und wie. aber durchgehend weinen? ich noch dazu? ... etwas habe ich mich doch gewundert über mich selbst. was ich erst später wusste: ein wuzikleines füchslein hatte es sich bereits gemütlich gemacht in mir.



warm eingerollt vielleicht. oder vielleicht auch neugierig die umgebung erkundend. tine, nina, habt dank, ihr lieben. so wundervolle augen- und herzensfreuden.

* und weil es so schön passt, schicke ich die kirschblüten zu nic, die heute frühlingsboten sammelt.

16.4.13

helden des alltags :: fufipu



ablenkungsmanöverprotagonisten.

es gibt zeiten, da braucht man dringender etwas fröhlich machendes, etwas den homo ludens in die nase zwickendes als sonst. solche zeiten können ein paar sekunden dauern oder auch viel, viel länger. im tränentrockenwindblasen, im dunklegedankenaufhellen, im feineglücksstaubflockenstreuen sind meine kleinen fu(chs)fi(nger)pu(ppen) - insbesondere wenn dem monsieur auf den fingern tanzend - recht begabt; richtige helden für mich, mehr noch in dieser zeit. und damit dürfen sie sich zu den sich heute wie jeden dienstag wieder bei roboti liebt versammelnden anderen alltagsheroen gesellen.


und in seiner selbstgemachtheit legt es auch bei mizoal einen feinpfotig beschwingten foxtrott aufs creadienstagsparkett, mein eröffnungspaar in der fufipupolonnaise, deren weitere tänzer hier noch entstehen sollen. unverzagtheitsknirpse für den zehnfingercancan.

14.4.13

skizzen zum sonntag :: °


 
Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug.

                                                                  (Hilde Domin)

12.4.13

langsamkeit



Die Langsamkeit ist die Freude.
(ilse aichinger, 1977)

Ganz ohne Sonntag heute. Dennoch. Blassruhige Tage. Denken. Tasten. Neue Lieben entdecken. Ein Heft binden, eine Papiergirlande nähen, einen Porzellanbecher liniieren. Geschenkte Zirbenhäuser und getrocknete Zitronenschalen erfahren - Nase, Auge, Haut. Und Sonnenstrahlen. Kleine Freuden.

9.4.13

helden des alltags :: butterbrot




unkompliziertheitspartisan.

der alltag ist voller helden. bei roboti liebt versammeln sie sich jeden dienstag. ich stelle heute wieder einen mit auf das podest und stimme ein hohelied auf das butterbrot an. was für eine großartige kombination: butter und brot. obwohl eigentlich ja eher brot und butter; wenngleich uns die sprichwörter etwas anderes weismachen wollen. aber mal ehrlich: der ruhm, der dort der butter auf dem brot zuteil wird, ist doch in wahrheit nicht gerechtfertigt. vielmehr ist doch das brot unter der butter das wahre salz in der suppe; zumal für eine wie mich, die tochter einer brotbackenden mama (hier habe ich davon schon einmal erzählt und auch eines ihrer großartigen rezepte aufgeschrieben). wenn das brot unter der butter nicht passt, kann mir die butter gleich gestohlen bleiben. so ist das.



ein wahres glück daher, dass ich eines von den in diesem sinne passenden broten für unter die butter selber backen kann; nach einem rezept von meiner mama versteht sich. und dieses rezept möchte ich heute mit euch teilen, damit auch ihr euch so richtige butterbrothelden schmieren könnt.

ihr braucht: 1000 g vollkorndinkelmehl, 2 päckchen trockenhefe, 3 teelöffel salz, 200 g grob gehackte walnüsse, 2 handvoll sonnenblumenkerne, 1 handvoll leinsamen und 1000 ml lauwarmes wasser.


die leinsamen ins wasser geben und einige minuten einweichen lassen. in der zwischenzeit alle übrigen zutaten miteinander vermengen; zum schluss leinsamen und wasser dazuleeren und alles mit dem knethaken des handmixgerätes gut verrühren. den teig in kastenformen füllen (die menge passt bei mir gut für drei brotlaibe) und im auf 200° vorgeheizten backrohr etwa 60 minuten lang backen.



und wenn das brot ausgekühlt (oder besser noch lauwarm - meine erfahrung sagt mir, an der geschichte mit dem warmen brot und dem bauchweh ist - wie auch an der mit dem schielen und den stecken bleibenden augen - nichts dran) ist, eine scheibe herunterschneiden, butter drauf und den helden genießen; eventuell mit einer kleinen akustischen butterbrotwissensuntermalung. triumph.

7.4.13

skizzen zum sonntag :: segmentierung






Den Tag in Bahnen trennen, daß man ihn tragen kann.
(ilse aichinger, 1971)

5.4.13

hüa, zinthen!



und: höher, zinthen, die köpfe!
irgendwie will sich der erfolg nicht einstellen; vielleicht doch kein so guter personal coach, die gans ...

mehr blümliches gibt es freitags bei helga/holunderbluetchen. da sind hyazinthen zwar schon ein alter hut, aber so bucklige exemplare wie diese sieht man doch nicht alle tage, hm?

und weil :pure pink: auch das aprilmotto der von andrea und bine initiierten color me happy-fotochallenge 2013 ist, bietet es sich an, dass ich meine krummblumen in ihrer eigentlich so gar nicht ulmaesken farbe zu meinem beitrag dort ernenne. ich nehme an, das war auch ihre idee, auf die sie mich aufmerksam machen wollten mit ihrer verbeugung, die vermutlich den vielen anderen farbaktionistinnen mit ihren hier und hier zu betrachtenden pinkereien gilt. nun denn, ihr sollt ihn haben, euren willen, ihr hyazinthen.

3.4.13

mmm #3 °°° rock it



passend zur den frühlingsrauschenden meteorologischen temperamentsbekundungen der letzten zeit entknospenden dschungelesken blütenpracht allenthalben habe ich mir einen lebhaft, beinahe schon schreiend polychromen rock genäht, der so richtig knallt. yeah.

die hard facts: der schnitt ist selbst gebastelt (und erfüllt mich mit allergrößtem stolz, echt jetzt), das material ein etwas schwerer baumwollstoff (nicht so schwer allerdings, dass nicht (selbst am foto nicht, leider, wie ich feststellen muss) auffiele, dass bügeln nicht so meins ist *räusper*), kombiniert mit einem jerseybündchen. um der flashigkeit noch die krone aufzusetzen: mit einfachem, sichtbarem overlocknahtsaum. in dunkelblau! color-rebellion. ob der gute hahn mir, frei nach h.c. artmann, noch ins kniekehlchen lachen wird?

über welche memade-stücke die hühner am heutigen mittwoch sonst so staunen, kann man hier verfolgen.

mein helmperlhuhn im übrigen betrachtet hier ganz verzückt einen wundervollen frühlingsgruß von der lieben svea, der hier einfach so hereingeflattert kam, um mir eine riesenfreude zu bereiten. danke. und auch nicht vorenthalten kann ich euch das siegerei meines osterwochendendes, das durch hübschmadamchens wahl ausgerechnet in meine hand gefunden hatte. juhu.