31.5.13

ke°pa | 01




keramik von meinem papa zu zeigen habe ich versprochen. so schwierig: wie? für jetzt entschieden: nach und nach, mit bedacht, kosten, zeitnehmend. am beginn ein porzellanliebling. kaum mehr fassend als vielleicht zwei schalen tee. hauchzarter jadeklang. unterm bambusbogen ein glasperlenkuppeldach. mehr bald.

29.5.13

zwölftelblick # 5



mein 12telblick und ich ... er ist - nicht mehr im selben maße wie im april, aber dennoch - grün, wir einander nicht so recht; wollen nicht so richtig warm werden miteinander, passend zum mai. faul wie eh und je und immer und ewig fläzen die boote in der gewachsenen und dafür mittlerweile unbeblümten wiese, hinter dem etwas dichter gewordenen laubvorhang tümpelt das nicht mehr ganz so grüne wasser fahl vor sich hin. darüber legt sich dank des heuer ganz besonders ausgeprägten wolkendeckenvonhintenbestrahlungsspleens der sonne ein diffuslichtiger schleier und versumpft die farben um noch ein paar grad mehr. selbst die enten haben das weite gesucht.


und das füchslein tuts ihnen gleich. ob es anderswo möglicherweise schöner sei, überlegt es - wie die gesichtsausdrucklesemama deutet - einen augenblick lang und begibt sich, ein mann der tat, auch gleich auf die suche - vierbeinig in formeleinsgeschwindigkeit. liebe enten, nehmt euch in acht.

28.5.13

vogelhochzeit | hochzeitsvogel




























die hochzeit meiner schwester endlich der impuls zum gemeinsamen tun mit papa; seit jahren schon ideen, gedanken, worte, jetzt das erste: die vogelbrosche. im entwurf angelehnt an meine küken - ein solches in weniger wuchtig sollte das feine von meiner mama gestrickte tuch zusammenhalten. von papa aus messingblech gesägt und oberflächengestaltet. drahtfüßchen eingehängt und beperlt. zum fressen auf leinen gestupfte käfer (die technik beschrieben hier) - mein tischläufer für gregor samsa. passend dazu: luis scafatis illustrationen zu kafkas "Die Verwandlung": klick.

mehr creadienstagskreationen hier.

                  ..
       ..        .     .
           °°

vogelepilog:

immer wieder finden sich zwei - so unbegreiflich. so beruhigend. so wohltuend. so gut.                      °°
s&j, alles gute euch beiden. gemeinsam. als familie. und immer auch einzeln. haselnussleben, ihr wisst.

26.5.13

skizzen zum sonntag :: kirschbäume






      Bäume

      Früher sollen sie
      Wälder gebildet haben und Vögel
      Auch Libellen genannt kleine
      Huhnähnliche Wesen die zu
      Singen vermochten schauten herab.

      (sarah kirsch)
                         . .       .                    ..

sarah kirsch, eine der liebsten mir unter den lyrikerinnen, wird keine neuen gedichte mehr schreiben. am 5. mai, als die kirschbäume gerade ihre letzten blüten abwarfen, ist sie verstorben; der nachhall ihrer worte "... Rührt mich zwischen den/Schulterblättern" (aus: sarah kirsch: Flügel).

23.5.13

vernommen


das von michaela und tabea so fein konzipierte und organisierte frühlingskunstpostprojekt geht zu ende und das briefkastengähnen damit in die nächste runde.* die finale zeile "Dich hab ich vernommen!" war es, die mir zugeflattert kam - mir in ihrer anatomischen übersetzbarkeit mit botanischem anklang sehr zur freude: vernehmender ohrenblumenwuchs, hopsend zwischen kontemplation und aufbruchsdrang. wie man ihn eben so vernimmt, den frühling, nicht?




packpapierkuvertiert, vogelbestempelt, stoffpunktbeklebt sollte mein kärtchen, wie ich hoffe, mittlerweile bei all meinen mailartkolleginnen eingetrudelt sein, ...






















... um unser gemeinsam gewerkeltes frühlingsgedichtmosaik zu komplettieren. ich mag das ergebnis; nuancenreich wie der frühling selbst, jedes kärtchen in gewisser weise ein kleines sinn-, vielleicht sogar spiegelbild seiner schöpferin.


karten von (v.l.n.r. & v.o.n.u.): michaela, hanna, anja, dilek, carmen, judith, stephanie, meike, ulma

und bei allem unterscheidenden doch auch die gemeinsamkeiten: das nachrascheln des freudig-ernsthaften nachdenkens, das echo des detailliebkosenden tuns, das fluidum des zugedachtseins an eine bestimmte, das bouquet des sich einfügenden einzigartigen. danke für die famosen karten, danke für die liebe post.


danke auch an marja, die mir - gruppenfremd sozusagen - ihr hübsches kärtchen hat zukommen lassen.

und danke an michaela und tabea fürs ermöglichen all dessen. schön wars.

hier gibt es eine zusammenschau der ergebnisse aller gruppen - zum frühlingnachschnuppern, bevor der sich wieder verabschiedet (in welche richtung auch immer, ich wäre sehr für sommer, morgen soll es aber bis auf 600 m herunterschneien ...).


*) eingeteilt in neunergruppen wurde jeweils ein zugeloster vers von eduard mörikes "Frühling läßt sein blaues Band" in kartenform übersetzt und das ergebnis an die übrigen acht gruppenteilnehmerinnen geschickt - das bedeutet: rund zwei monate lang gab es einmal wöchentlich frohlingspost!

22.5.13

ulma fortunata



... und zwar solche analogpostalischer natur gab es in den letzten wochen. allerfeinste preziosen fanden sich in meinem briefkasten. fortuna war mir dermaßen hold, dass - wenn ich in sachen wahrscheinlichkeit alles richtig verstanden habe - davon auszugehen ist, dass mich das losglück die nächsten jahre nicht mehr treffen wird. umso besser, dass ich von meinem geschenkereichtum einige zeit werde zehren können - von manchen der feinheiten sogar im wortsinne.


von der ungemein köstlichen zwiebelmarmelade von sandra & plaguerat; von den feinen essbaren blüten von andi; vom als allerhübscheste unterlage dienenden karierten nionio.design-brettchen von rebecca. von dem hier schon gezeigten mich zwitschern machenden vogeltäschchen von mond; und vom hier vorgeführten lykke-karten- und löffelglück. von den augenweidesamenbomben nebst herzensfreudenbeigaben von fRau käthe; vom riesenschokotaler samt leider vom füchslein schon aufgearbeiteten koningswup von barbara.


so, liebe fortuna, du darfst dir bei mir eine kleine auszeit nehmen und wem anderen freude bereiten. aber irgendwann komm dann bitte wieder. weils einfach so schön ist. danke euch lieben verloserinnen. vielmals.

19.5.13

skizzen zum sonntag :: riechen



es hat abgekühlt und die blumen stinken herein 
(elfriede gerstl)

das bild heute zwar keine skizze im eigentlichen sinne, aber ein sonntag lässt sich glücklicher- und ausnahmsweise auch einmal fotografisch skizzieren. die worte der verehrten frau gerstl wollten einfach dieses bild und kein anderes. diesmal ist im übrigen gar nichts von mir gemachtes zu sehen. das feine tonväschen stammt von meinem papa - bei gelegenheit zeige ich euch mehr von seinen großartigen keramikarbeiten. und der kopf hatte hier schon einmal seinen auftritt. augen- und herzensfreuden von lieben menschen. schön, so etwas haben zu dürfen. ein anderes pfingstwunder.

17.5.13

füchsleinschmaus



das mit dem füchslein und dem essen ist so eine sache. ich würde sagen, essen ist in seiner wahrnehmung durchaus eine feine angelegenheit, eine interessante vor allem auch. so richtig fein und so richtig interessant ist es aber in erster linie dann, wenn es erstens nachts und zweitens in füchsleinmamas brust verpackt serviert wird. die füchsleinmama findet das zuweilen gar nicht so fein und gar nicht so interessant und ist deswegen recht erpicht darauf, dem füchslein tagsüber gutes und sattmachendes essen anzubieten. und da trockenfrüchte weit oben stehen auf füchsleins aromafavoritenliste, hat die füchsleinmama sich überlegt, es einmal auf einen früchteriegelbauversuch ankommen zu lassen. gedacht. gesagt. gegrübelt. getan. und füchslein: betastet. bestaunt. beschnuppert. beknabbert. beschnabuliert. begeistert. geschnalzt, geklatscht und nach mehr verlangt. (und nachts die vertrauten drei-, viermal auf ein paar schlückchen muttermilch gekuschelt gekommen ... - naja, war ja nur so eine idee.)

wer die füchsleinschmaus-früchteriegel nachbauen möchte, hackt dafür 200 g getrocknete marillen und 100 g rosinen (eine küchenmaschine wäre vermutlich hilfreich, zumindest ein schutz vor einer schneidebedingten zeigefingerblase), mengt 50 g geriebene mandeln dazu und pudert etwas zimt und orangenschale darüber; verrührt alles mit apfelsaft und gemahlenen haferflocken nach gefühl zu einer streichfähigen klebrigen masse, bepappt damit gleichmäßig zwei große (meine waren 200 x 120 cm groß) oder mehrere kleine backoblaten und drückt jeweils eine weitere oblate darauf. unter einem schweren brett darf alles ein paar stunden ziehen, bevor die früchteplatten in riegel geschnitten werden. bon petitrenardappétit!

15.5.13

hansweisheit




ja, so einfach ist das. froh darum gedankenkreisend mitten in der woche. bitte mehr davon. für die flügel.

13.5.13

seine topinambürlichkeit


eigentlich ist ja gerade gar nicht topinamburzeit. auf dem markt letztens gab es trotzdem welchen und also auch bei uns auf dem esstisch, verarbeitet zu luftigen laibchen, mit avocadosoße eigentlich - die war aber schneller weg als das foto gemacht und so musste hierfür purer sauerrahm herhalten, der, begrünt mit zwei blättern der vor einiger zeit bei andiva gewonnenen essbaren blüten, in seiner zurückhaltung aber auch sehr fein topinambürlich kombiniert.

darf ich also vorstellen: seine topinambürlichkeit.



orientiert habe ich mich bei der herstellung an diesem rezept. da mir acht laibchen für uns allerdings ziemlich wenig erschienen, habe ich die mengenangaben verdoppelt. und weil es mir für hefe so passend erschien, den teig etwas länger gehen lassen. daraus ergaben sich recht bizarre synergien: topinamburpuffer (aus ungeschälten knollen im übrigen) für eine zehnköpfige familie in etwa. auch schön. hat man wenigstens länger was von seinem essen.

mehr köstlichkeiten - als solche wertete (marginalie für alle kleinkindeltern) übrigens auch das füchslein seine topinambürlichkeit - gibt es bei katja, die montags immer kulinarische glücksmomente sammelt. zwitscher und schnalz. mahlzeit.

ich gehe weiter zeitgenießen und überlegen, ob die pause hier schon vorbei ist oder noch nicht oder ein bisschen oder bliblablu. hefeteigbläschenhafte leichtigkeit - die mag ich gerade auch im leben; schön, dass sie immer wieder einmal vorbeiperlt dieser tage.

8.5.13

mousse au chocvocat





















mousse au cho|cvo|cat [musoʃokvoˈka], die; -; -s [musoʃokvoˈka] <franz.>

karamellschwer mit subtil fruchtiger note, entfernt eine leise ahnung von schokolade - und zugleich auch nicht. ein flatterhaft-runder geschmack, avocadobasiert, eine vegane übersetzung von mousse au chocolat, nicht wörtlich, aber doch einen dufthauch einfangend.

~ - so:
3 reife hass-avocados gemeinsam mit 75 ml ahornsirup (grad c), 40 g carobpulver und etwas bourbonvanillepulver pürieren. 200 ml süße sahne (wer es vegan mag, nimmt sojasahne) schlagen und unterheben. in vier gläser betten und kaltstellen.























 °
epilog:
das so friedfertig aussehende mousseschnabulierende füchslein ist in wahrheit - nie würde man es für möglich halten - ein elender avocadodieb. hier der beweis (farbadaptiert gegen die buntheit):
. . .

zuerst war die angebissene avocado. und beim fotografischen festhalten des ernteschadens kam das kleine raubtier ganz dreist schon wieder angepirscht ...

ihr lieben, auf diese frappation (warum nur lässt die sprache so notwendige wörter vermissen?) hin gibt es hier ein paar tage blogpause. hübschmadamchenundfüchsleinzeit. vom guten das beste. euch dasselbe wünschend. à bientôt.

7.5.13

fuchsstupferei °°° eine anleitung


auf meiner mairocktasche sitzt ein vögelchen, das dort gestupfterweise gelandet ist. so habe ich berichtet. und angekündigt habe ich, dass ich zur stupftechnik noch ein paar worte erzählen würde. genau das mach ich jetzt. anhand eines - wie könnte es anders sein - fuchsgestupfs.



das füchslein auf dem füchsleinshirt könnte man freilich auch stempeln. ganz grundsätzlich. im detail allerdings sieht gestupftes ganz anders aus als gestempeltes, viel kompakter, ist viel näher am siebgedruckten. im gegensatz zum siebdruck lässt die stupftechnik allerdings auch spielraum bezüglich des farbauftrags: es lässt sich dichter stupfen oder mit einem relativ trockenen pinsel nur ganz blass farbe aufbringen und selbstredend beides kombinieren; auch farbwechsel und -verläufe sind ganz leicht herzustellen, indem einfach mit unterschiedlichen farben gearbeitet wird. aber das kann dann ja jeder selbst ausprobieren und erfahren. für mein kleines tutorial hier jedenfalls habe ich mich für eine schlicht-schwarze variante entschieden. voilà, ...




an material braucht ihr:

    ° ein zu bedruckendes textil
    ° ein bild mit dem motiv, das ihr stupfen wollt
    ° eine overhead-folie
    ° einen overhead-folien-stift
    ° einen cutter samt schneidematte und/oder eine silhouettenschere
    ° ein stück karton, mindestens so groß wie euer motiv
    ° klebeband
    ° einen stupfpinsel
    ° textilfarbe (ich verwende gerne die opake für dunkle stoffe, weil sie nicht so flüssig ist)

und so gehts:

1. abpausenderweise das motiv auf die overheadfolie übertragen - nicht zu weit am rand, damit rundherum noch ausreichend folie stehenbleibt, sodass anschließend beim stupfen nicht versehentlich außerhalb farbe landet.
2. durch ausschneiden der form eine negativschablone herstellen.
3. die schablone mittels klebestreifen an der gewünschten stelle auf dem textil befestigen. (bei sehr komplexen formen könnte man - so habe ich gehört - auch sprühkleber zum anbringen der schablone verwenden; ich habe damit aber keine erfahrung. vorstellen könnte ich mir, dass man mit temporärem sprühkleber (nähbedarf) auf der sicheren seite ist bezüglich kleberrückständen.) damit die farbe nicht durchgeht, ein stück karton unterlegen.


4. mit dem pinsel etwas farbe aufnehmen - nicht zu viel - und dann mit dem stupfen beginnen: die schablone gut festhalten, damit sie schön plan aufliegt auf dem textil, und mit dem pinsel die farbe in tupfenden/stupsenden bewegungen aufbringen. den pinsel dabei senkrecht halten. am besten irgendwo in der mitte beginnen und langsam zum schablonenrand vor- und die konturen genau ausarbeiten; bei bedarf immer wieder etwas farbe aufnehmen. ich mache immer ein paar durchgänge, bis ich ganz sicher bin, dass die farbe überall schön gleichmäßig verteilt ist.
5. die schablone vorsichtig abziehen, sich am ergebnis freuen und das gute stück trocknen lassen bzw. entsprechend den textilfarbenherstellerangaben weiter damit verfahren.

frohes nachwerkeln. was sich sonst creadienstäglich tut, gibt es hier zu sehen.

5.5.13

skizzen zum sonntag :: nebeneinander
























Die beiden Flaschen

Zwei Flaschen stehn auf einer Bank,
die eine dick, die andre schlank.
Sie möchten gerne heiraten.
Doch wer soll ihnen beiraten?

Mit ihrem Doppel-Auge leiden
sie auf zum blauen Firmament ...
Doch niemand kommt herabgerennt
und kopuliert die beiden.

(Christian Morgenstern)

3.5.13

frühlingswiesenglückliches frohlingswiesengluckgluck


(zweizeilige überschriften finde ich unschön-doof übrigens - aber vom aussehen absehend will mir gerade keine andere gefallen. deshalb.)






















brettwärts steht ein zeitungshuhn
wills epigonal der coachgans gleichtun
mit heuverschnupfter nase
bestarrt es augenlos die vase
behaust von blassen wiesenblumen
die von einem anderen dasein trä-umen
wie es braven elevinnen gereicht
mit arglosen blütenköpfen luftleicht
hellflieder intarsiertes rosarot
und grasgrüne stänglein im erdanzieherischen lot
der erfolg aber geht auf huhnes kosten:
die aludrahtbeine (zum niemalsverrosten)
kippen unstet ins o
najo

zum frohlingsblümlichen hinüberhüpfen zu holunderbluetchen bitte hier glucken, äh, klicken.

1.5.13

mmm #4 °°° mairock



in frühlingsfrohstimmung habe ich mich walpurgisnächtlich an die nähmaschine gesetzt und mir einen neuen rock genäht, einen luftigen mairock. und wie es sich für eine solide österreicherin, wie ich durch und durch eine bin natürlich, am staatsfeiertag (und überhaupt und immer) gehört, ist selbiger - selbstredend hochpatriotisch motiviert - in rotweißrotweißrotweißrotweißrot gehalten und als blumentüpfelchen maiglöcklich beblüht. wie oben zu sehen, eignet er sich - genäht übrigens nach dem selbstgebastelten schnittmuster vom letzten mal - hervorragend fürs überspringen von maibäumen. für die flugkurvenoptimierung sorgt das taschenvögelchen, besser zu sehen im unteren bild.



geflogen kam es aus meiner hand und setze sich via stupftechnik (dazu bald mehr) nieder auf mein' fuß rock. weißschnabelig durch die maienluft zwitschert es euch beste memademittwöchliche erstermaiwünsche zu. auf zum maibaumkraxeln. oder überspringen eben.