30.6.13

zwölftelblick # 6



halbzeit – 6/12, 3/6, 2/4, 1/2. sechs blickwürfe. diesmal ein wenig daneben. vorbei. den juni fast übersehen, hingeradelt durch die auf gänsehauttemperatur eingestellte wolkenluft. das auf meinem rücken zappelnde füchslein hatte so gar keine lust auf perspektivensuchfirlefanzereien. das nichtanhaften lasst sich so gut üben hier. und irgendwie blubbert ein werden, denn: es ist in ordnung so für mich. (hast du gelesen, mama?) ich glaube, das ist es, was ich so mag am 12telblick und wie er sich bei so vielen entwickelt: anders nämlich als gedacht; und so, dass er hineinführt in einen anderen bildraum, sich hineinschürft, zwölftel für zwölftel, schicht für schicht, und so etwas zeigt. und was außerdem passiert ist: viel mehr erde als gras, aber vor allem: ein kähnchen ist ausgefahren! nun also doch. [die bisherigen blicke: 1, 2, 3, 4 & 5.]

und die entenjagd: hin und wieder, wenn es vergisst, dass es eigentlich kein zweibeiner sein will, tut das füchslein ein paar schritte. aber im grunde setzt es immer noch lieber auf den quadrupeden modus. glück für die enten; so sind auch sie noch einmal davongekommen. aber immerhin eine jagdtrophäe hat es beim teichbesuch abgegeben: federschmuck für kleine indianerfüchslein. 


in sachen bloglovin' wisst ihr ja bescheid – für die, die mir folgen wollen, baumelt das luftballonmännchen links. mit einem klickchen drauf oder auch hier ist man auch schon dort. (followerzahlen, dass mir ganz schwindlig wird, huch, das freut mich.)

28.6.13

eingeschmiege




ke°pa | 05 + 06:* hellblau, sich inwendig einkreisend. ermessend: ein selbstporträt. keramikpendant zu den nuancenspielend pastellfarbtönenden enteneiern, weißschalig umschlossenes meeresmint.























und körnerbrot noch kastenformgebettet vor der zerbröselung; dennoch deliziös – vermutlich der mond einfach auf bröbroposition. wenn er sich wegsichelt dann, ein weiterer versuch. mehr nuit und claire de la lune bei katja.

*) ke°pa – keramik von meinem papa. schon gezeigt hier und hier und hier und hier, außerdem hier und von anfang an verstreut versteckt. mehr kommt.

26.6.13

hier liebt man.gold



was, liebe natur, frage ich mich beizeiten, hast du dir dabei eigentlich gedacht? regenbogenfarbenstielernes gemüse hervorzubringen, mit solchem wohlgeschmack noch dazu. pures freudengold: mangold. welch passender name (mit ungeklärter etymologie, wie mir das immer und immer wieder so gern konsultierte wörterbuch meines herzens und vertrauens gleichermaßen sagt). ganze wälder davon trage ich dieser tage vom markt nach hause – unser kühlschrank ein wahres man-dorado –, um ihn baumgrüppchenweise auf den esstisch zu bringen, täglich nahezu. zum bloß ansehen. oder aber doch auch für mund und bauch: mit bananen in smoothie-form beispielsweise. oder allerliebst auch gekocht: nach diesem rezept (überhaupt die allerfeinsten kochideen dort, vegan obendrein), in erdnusssoße, gemeinsam mit reis oder noch lieber sogar couscous. marginalie für alle kleinkindbekochenden: mein füchslein liebts! und überhaupt: ja, hier liebt man.gold – rezepttipps aufs willkommenste willkommen. in der mitte der woche und immer.

25.6.13

das füchslein trägt ...



... fürs die nach der afrikanischen hitze zurückgekehrte regenwetterdunkelheit bezeugende lautstark bildrauschende foto zumindest, ansonsten dann doch lieber in der hand: eine michelmütze (zur hose von hier und zum t-shirt von da), genäht nach dem sehr feinen lillemo-schnitt, aus alten jeans von der großen schwester und einem hemd von der tante.

wie am schnürchen hats wieder geklappt mit dem nähen; schön langsam wächst so ein kleines überzeugtheitspflänzchen in mir: da ist irgendetwas gutes zwischen uns, dem samstagvormittag, meiner (mich eigentlich so gar nicht glücklich machenden neuen) nähmaschine und mir ... hier also noch einmal die mütze aus der nähe; ich finde, sie hats verdient:


und das füchslein trägt außerdem, in der linken hand nämlich: die unheimlich tolle rosarote mylittleponybürste aus der verstaubten schachtel mit dem alten hübschmadamchenspielzeug. seit tagen durchgehend. und ich meine damit wirklich durchgehend. beim spielen, beim essen, beim schlafen. immer. nach und nach mache ich mir so meine gedanken zu einer etwaigen mantischen relevanz ... (und dann auch noch diese prophetisch bis doziernd angehauchten gesten ...)

mehr dreikäsehochs in selbstgemachten kleidern gibts bei fräulein rohmilch, bubengewand bei made4boys, wiederver- und aufgewertetes noch ein letztes mal vor der sommerpause bei nina, dienstagsprojekthaft handkreiertes bei mizoal und überhaupt bei miriam. frohes stöbern.

22.6.13

skizzen zum sonntag :: fragen























  
SOLL ICH MIT EINEM BALLON NACH INDIEN FLIEGEN?
(aus: peter fischli | david weiss: FINDET MICH DAS GLÜCK?)


ein begleiter seit jahren und eines meiner liebsten immerwiederzurhandnehmbücher ° fein und schön zur fragenprojektion das ° mehr fischli/weiss überhaupt hier ° und: stellen fragen sich von selbst?

20.6.13

lözafiwihonig



zur mandelmilch also lözafiwihonig. eine mischung aus den beiden süßen: löwenzahn (°|°|°) und fichtenwipferl (°).* für heuer wohl schon zu spät, aber zum vormerken für nächstes jahr. damit es niemandem geht wie mir heuer mit dem flieder, dessen doldenlila ich allzu gern à la julie sirupgerötet hätte. 
[*) kreisrezepte bei guten frauen]


zur nächsten löwenzahnblüte und fichtenwipferlgrüne dann also: von beiden je zwei gut verlesene handvoll fünf minuten in zwei liter wasser aufkochen und über nacht ziehen lassen. durch ein tuch abseihen und fest ausdrücken. saft und schale einer zitrone hinzugeben. mit zwei kilo zucker lang lang in die sirupkonsistenz hineinsimmern lassen. abfüllen und – mutig sich der zuckerschockängstlichkeit stellend – in kleinen dosen genießen. auch davon zwei am besten, der rundheit halber.



 —
juniepilog zum frühling:

blütenliebe & löwenzahnpirsch mit botanikfüchslein, vor wochen, damals, als man noch an den frühling glauben durfte. à la prochaine, ihr schönen.

18.6.13

das füchslein trägt ... + hosen-diy




am samstagvormittag hatte ich das vergnügen, eine kosmisch herumflatternde goldnähstunde auffangen zu dürfen; eine freudige näherfahrung (am für sie vorgesehenen platz gelandete nähte! schlaufenlos! ohne unterfadenmittendrinnenaus, ärmelverkehrteingesetzt, lochreingeschnitten oder sonstwas lustiges in der art!) für mich und zwei in ein neues t-shirt und eine neue hose für das füchslein metamorphosierte alte papa-t-shirts (was für ein glück, dass es davon so viele gibt) – das ist der reichtum, mit dem wir daraus hervorgegangen sind.

das t-shirt ist wie immer [siehe hier & da] nach schnabelinas regenbogenbodyschnittmuster gefertigt. die hose wieder nach einem eigenen schnitt, gebastelt in der goldnähstunde selbst. ruckzuck. u n d: ausgefeilt finde ich ihn, fürwahr. denn: der t-shirt-saum ist das bett der hosenbeingummilitzen, juche.



wie letztens schon beteuert: ich kann gar keine schnitte zeichnen eigentlich, so basistechnisch betrachtet. aber irgendwie funktionieren sie doch. und weil ich mich darüber freue und noch mehr, wenn auch sonst jemand sich darüber freut, und weil kostenlose schnittmuster etwas feines sind für menschen wie mich, die gerne, einfach weils gerade gebraucht wird, etwas ganz einfaches ohne große ansprüche für ihr kindlein nähen möchten, und weil ich denke, dass es von solchen mamas, papas, sonstigen verwandten und lieben freunden viele gibt – deshalb stelle ich euch meinen wenig professionellen, aber – wie ich meine – doch recht praktikablen füchsleingemütlichkeitshosenschnitt zur freien nachnähverfügung: hier, bittesehr. 

zur größe kann ich leider nicht viel sagen: das füchslein trägt derzeit üblicherweise größe 86. da die hose aber aus jersey ist, ist das wohl alles halb oder vielleicht sogar nur ein drittel so genau.

das schnittmuster besteht aus 4 seiten. die einfach in originalgröße ausdrucken, ausschneiden und der nummerierung entsprechend kante an kante (nicht überlappend) zusammenkleben.

so, und weil wenn-schon denn-schon ist und wer a wie »aha, ein schnittmuster« auch b wie »bitte, das kann man jetzt damit machen« sagen muss, wie mir mein binsenweisheitenfundus so zuwinkt, erklär ich jetzt auch gleich noch, wie man die hose ruckzuck nähen kann.

voilà:









:: ein altes t-shirt faltenlos auflegen, das schnittmuster durch beide lagen aufstecken – und zwar so, dass die untere kante bündig ist mit dem t-shirt-saum

:: mit etwa 0,7 cm nahtzugabe ausschneiden (s. blaue linie)




 :: die beiden ausgeschnittenen teile rechts auf rechts legen und an den bieden gerundeten kanten* mit der overlockmaschine oder – falls du mit der normalen nähmaschine nähst – einem elastischen stich (das gilt abgesehen von den gummilitzen für alle nähte) zusammennähen


*) hellblau wie die begleitende leichtigkeit jeweils die gemeinten nähte




 :: nun die beininnenseiten schön aufeinanderlegen und eventuell mit ein paar stecknadeln fixieren: die beiden soeben gemachten nähte treffen genau aufeinander, ebenso die t-shirt-saumkanten

:: an der oberen t-shirt-saumkante beginnend in einem rutsch bis direkt zur t-shirt-saumkante am gegenüberliegenden hosenbein zusammennähen – der saum bleibt offen!




:: aus bündchenware oder einem anderen sehr elastischen stoff ein bündchen schneiden: die breite am besten am bauch des zukünftigen hosenträgers bw. der zukünftigen hosenträgerin direkt mit dem bündchenstoff abmessen (einmal rundherum + 1 guter cm nahtzugabe); die länge doppelt nehmen, weil das bündchen zusammengeklappt wird (bei uns warens 16 cm)

:: seitlich mit einer naht zum ring schließen

:: links auf links zusammenklappen



:: das bündchen nun so in die hose stecken, dass die beiden bündchenkanten und der hosenrand bündig aufeinander zu liegen kommen

:: mit vier stecknadeln viertel für viertel zusammenstecken

:: einmal rundherumnähen




:: den sprunggelenkumfang des benähten kindleins abmessen, 5 cm dazurechnen und in der ermittelten länge zwei stücke von einer gummilitze abschneiden

:: die gummilitzenstücke mithilfe einer sicherheitsnadel durch den saumschlauch fädeln und überlappend mittels stecknadeln sichern

:: noch einmal nachmessen, ob die weite passt (nicht zu eng, damit der gummi nicht einschneidet, aber auch nicht zu weit, damit die hose nicht über die füße rutscht), und wenn alles passt, die überlappenden teile mit zwei geradstichnähten zusammennähen - ein paar mal hin und her


viel freude beim nachnähen und überhaupt. und den indieneuehosehüpfern und -innen (und außen und sowieso) die liebsten gemütlichkeitswünsche dazu. (o, eine wunderfeine pyjamahose ist sie übrigens, in der es sich schläft wie in richtigen kaiserkleidern, hab ich mir sagen lassen.)

und wer weiterklicken mag: was andere zwerge tragen, kann man sich bei fräulein rohmilch ansehen, mehr upgecyceltes bei nina, inspiration für selbst gemachtes bubengewand gibts bei made4BOYS und neu kreiertes überhaupt bei mizoal und bei meertje.

16.6.13

skizzen zum sonntag :: takt


















"Ich schlag' ja immer, wenn ich oben spreche, unten mit der Fußspitze den Takt."
(thomas bernhard, Eine Herausforderung - Monologe auf Mallorca, 1981)

[u n b e d i n g t  sehenswert, möglich via youtube; für diesen ausschnitt: klick]

13.6.13

ke°pa | 04 und andere silberblüten





























silberstreifen horizontal. oder: am horizont.
das leben braucht sie. wie die halben kreise am schalenboden.

oder die ganzen, monokuliert an der hand. oder selbst gegossen.

binokulares rasten so sanft dieser tage mit kinfolk – ich bin ganz verliebt. japan, mein schönheitenprojektionsort.

und ohrenwärts silberblumen aus island.



11.6.13

helden des alltags :: glasschatten




kl:irrlichter.

der alltag ist voller helden. bei roboti liebt versammeln sie sich jeden dienstag. die meinen reihen sich ein auf dem podest. dankend schlage ich meine lider heute nieder vor den farbschatten, von der sonne beim junileichten durchhuschen der gläsernen mitbewohner an die wände gezaubert. augenblicksskizzen. materielose sichtbarkeit. vorstellungsgrenzgänger. 

dankbar weil auch: helligkeitszeugen – zuversichtsstifter.
dazu auch: wer helfen möchte: hier.

8.6.13

sur.realitäten



die unglaublichsten himmelsstimmungen diese woche – leider kaum einmal die kamera zur hand. für das album der firmamentanblicke sammelnden freiluftraumfee: vom balkon aus in bizarrer perspektive; und entsättigt: die farben sind mir manchmal einfach zu viel. mit repoussoirwein und dem dritthöchsten kirchturm österreichs. gewschwärztes backsteinrot.

und: die surrealitäten geben einander die hand. der plot: zwei wohnen im selben haus, eine ulma-t und die andere landet, nichts davon wissend und durch umweghafte zufälle, bildschirmern im ulmakonglomerat und liest mit und beiden schwant zeitverrinnend kein schimmerchen, mit wem sie da zu tun haben. wirklich. auch so können sie ineinanderfließen, die realität, an der man sich die schienbeine stoßen kann, und ihre ausschaltbare schwester. liebe m., ich freue mich über diese eigentümliche verstrickung und schicke dir einen nachbarschaftlichen gruß.

keine große freundin der postbeendenden fragen mag ich mir die mich heute in die sonnenfröhliche wange kneifende nicht verkneifen (fragezeichenlos dafür): nach derartigen "zufälligen Begegnungen einer Nähmaschine mit einem Regenschrim auf dem Seziertisch" (comte de lautréamont) bei euch. ach, bitte, erzählt (wenn dann die sonne untergegangen ist).

7.6.13

mandelmilch zu ke°pa | 03



mandelmus machen – es blieb beim versuch. dann mandelmilch: deutlich gelingender.

1 tassse mandeln 24 stunden in 2 tassen wasser quellen lassen. die mandeln abseihen und gut abwaschen. mit 4 tassen frischem wasser sehr sehr sehr sehr sehr gut im standmixer pürieren. durch ein tuch schicken und abfüllen.

nach sehr viel schmeckt sie nicht. beim nächsten mal vielleicht ein paar datteln mitverarbeiten. oder etwas vanille dazu. für diesmal: fein mit lözafiwihonig – mehr dazu alsbald. und aus dem mandelbrei: mandelkuchen nach nusskuchenrezept. zusammen gut freund.


ein schluck. ein happen. im blick: mit mintgrau schimmernder ke°pa | 03 im tanz blassrosa blüten von einer wort- & namenlos gebliebenen strauchbegegnung, leichtstängelig hin zu holunderbluetchen.


die augen verselbständigen sich im spaziergang: tasten von baum zu baum, kein wimpernschlag, um nicht eine der unzähligen blütennuancen zu versäumen. alles geschieht. ein gedanke, der gerade beruhigt.

6.6.13

ke°pa | 02





















raue filigranität. zweiminutenarbeit, die solch spröde anmut gebiert. die augen ansaugt. und das herz. wo eine ahnung heranwächst: die dinge sind ausbalancierbar.

für die ohren: das. menschen und ihre hände ...


°       °
  °  
      °

4.6.13

das füchslein trägt ...



... (über dem temperaturbedingt noch nicht entbehrlichen gekauften langarmbody) ein kurzarmshirt, frisch genäht aus alten papa-t-shirts nach schnabelinas genialem (ja!) regenbogenbodyschnitt. ein shirt wie ein fünfwortsatz mit sieben rechtschreib-, drei grammatik- und zwei ausdrucksfehlern.
en détail:
:: beim vorderteil das ausschnittbündchen verkehrt angenäht, die naht also außen.
:: beim rückenteilausschnittbündchen alles irgendwie verwurschtelt, sodass auftrennen unumgänglich: und schnippschnapp hineingeschnitten in das shirtlein, also einen großen flicken drübergenäht.
:: beim zusammennähen der teile dann das ausschnittbündchen am ärmelansatz nicht miterfasst, zum kaschieren also drübergekamsnapt.

nähspaß stell ich mir anders vor. den mindestens fünfmal aufkommenden stoppunddacapogedanken hab ich aber wacker beiseite geschoben und (un)verdrossen weitergmacht. das ist wahrer re- und upcyclingwille. und trotz aller makel oder sogar deswegen (oder gar schon der nächste reframing-erfolg?): ich mag es, das ergebnis.

... und dazu eine dunkelbraune cordhose, sehr geliebt (von mir, dem füchslein ists wohl einerlei) und daher im nur waschpausierten dauereinsatz (siehe knie), genäht nach einem selbst gebastelten schnitt (wisst ihr, ich kann das eigentlich gar nicht, aber manchmal klappts doch), orientiert an danas basic pant.

und weil heute dienstag ist und da alles mögliche gesammelt wird, geht das füchsleinoutfit virtuell zu mizoals creadienstag, zu ninas upcycling-dienstag und zu fräulein rohmilchs my kid wears (ja, es ist die garderobe von gestern). außerdem zu made4BOYS.


und ich rufe hiermit den lavendelduftenden entspannungsdienstag aus. und los.

3.6.13

wo zimtzucker staubt & holunder straubt





















abertausende feine holundersternchen blühen auf den bäumen. doldenweise habe ich sie nach hause getragen, der raum gleich eingeschleiert in den zarten duft. mein sirupversuch im vergangenen jahr leider ganz unrühmlich, gleich in die gärung gekippt. daher im juni des unglückszahljahres lieber nichts riskieren; stattdessen: kleine holunderblütenbäumchen zum nochwarmschnabulieren ...

... oder auch kalt. in jedem fall: zuckerzimtstaub ein runder begleiter der palatschinklichen holunderaromaahnung. hollerstrauben heißen sie. und gelernt habe ich, dass strauben auf finnisch tippaleipä heißen; und holunder seljanmarja. was nichts zur sache tut, aber mich kitzelt in den ohren. deshalb nur.

versprengte googeleien haben - zusammengetragen, abgeglichen, hinzugefügt, weggelassen, hiervon ein wenig mehr, davon ein bisschen weniger - einen faden zum entlangtrippeln ergeben, mit dem ich einverstanden bin.

hier also das so genannte rezept (mit receptum [empfangen, erledigt] vermerkte der herr apotheker die schriftliche anweisung des arztes zur medikamentenzusammenstellung - daher der name, sagt mir der sehr verehrte nomenestominöse kluge, wie fein):

18 in möglichst gutluftiger umgebung gewachsene holunderblütendolden pflücken, gründlich und vorsichtig gleichermaßen waschen und mit einem küchentuch trockentupfen. aus 1/4 liter milch, 2 eiern, etwas zucker, einem schuss rum, 1/2 teelöffel salz und 150 gramm glattem mehl einen teig rühren und diesen anschließend etwa 30 minuten schlummern lassen. dann dolde für dolde in den backteig tauchen, kurz abtropfen lassen, in heißes backschmalz geben, etwas flachdrücken und goldbraun backen. mit einem zuckerzimtstäubchen genießen - ja, wirklich: genießen.

mehr kulinarische glücksmomente gibt es bei katja zu erkosten.