25.7.14

romerinnerungen



wenn die abende lau sind und und die mittagsluft so sirrend, dass man nur im kühlen drinnen rasten mag, breitet sich jahr für jahr eine sehnsucht in mir aus; eine sehnsucht, die nach focaccia schmeckt und nach espresso, nach frascati und der schweren süße reifer orangen.


mehr als unglaubliche zwölf (!) jahre ist es her, dass ich mit meinem damals noch kleinen hübschmadamchen ein knappes jahr in rom gelebt habe; um dort zu studieren, vor allem aber um einfach in rom zu leben.

In mein erstgeborenes Land, in den Süden
zog ich [...]
(ingeborg bachman)


es war eine skurrile unternehmung im rückblick :: mit einem dreijährigen kind in eine fremde, zuvor noch nie besuchte stadt, in der ich noch nicht einmal die sprache der menschen, die dort leben, verstehe, sieht man von allora, andiamo, latte, pane und ein paar namen italienischer gerichte ab. ein sprung ins kalte wasser; aber einer, der so wichtig war und so gut – für mich, für mein leben, für mein sosein. zu meinem glück hat auch mein mädchen die zeit in guter erinnerungen, was sich nicht zuletzt wohl auch einer gewissen verbrämung mit späteren urlaubserlebnissen verdankt.


zwölf jahre. höchste zeit, endlich wieder zurückzukommen. der wunsch ist intensiv, der plan noch diffus, aber er keimt. und ganz in wahrheit bedarf es eigentlich nur eines termins, den ich festsetzen muss. eine unterkunft zu finden sollte ein leichtes sein – zum beispiel da :: click (uuuu, ich hab da grade so ein feines zimmer direkt am campo de' fiori gesehen ...). und dann, ja und dann hin zu all den orten, die ich so besonders geliebt habe :: an einer der unzähligen bars im vorbeigehen einen caffè und ein cornetto nehmen, auf den aventin und vom orangengarten aus auf die stadt hinuntersehen, in der via del governo vecchio durch die second-hand-läden streifen und danach zur osteria la danesina auf spaghettini mit pesto, zum protestantischen friedhof und in eine zeit zurückversetzt fühlen, da ein rombesuch integraler bildungsbestandteil war, zu giolitti und eine kugel pinoli mit sahne kosten, nach trastevere und hoffen, dass in der basilica santa maria in trastevere jemand orgel spielt, während ich den cosmatenfußboden mit den augen trinke, zum campo de' fiori und noch um elf uhr abends in der libreria fahrenheit 451 in büchern blättern,  ...

hunderte gute dinge, tausende. ja, ich muss wieder hin. eine runde drehen. erinnern. wohlfühlen. freuen.

Wenn man in Rom gewesen ist,
so ändert man sich nicht mehr freiwillig
und jedenfalls nicht mit Nutzen,
sondern man lebt so aus, wie man ist. 

Kommentare :

  1. Die Fremde tut immer gut. Die Heimat von außen mit Abstand zu betrachten sowieso. Oft höre ich, dass auch das Reisen nix wäre mit kleinen Kindern. Und sehe unterwegs die entzückendsten Familien, die dieses Wort auch wirklich leben.
    Achja, und du machst mir natürlich Lust mit dir zusammen durch Rom zu schlendern, die du es viel besser kennst, wie ich als Tourist. Aber in der Villa Borghese MÜSSEN wir einen Stopp einlegen. Der Bernini ist einer meiner Meister im Geiste...

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  2. Da käme ich glatt mit...nach Rom...auch bei mir ist es eine Ewigkeit her, als ich zuletzt dort war...als Student...aber nicht zum Studieren...;-) LG Lotta.

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  3. nimmst du mich mit?
    danke!

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    1. Mich auch bitte. :)
      hast Du "La grande belezza" gesehen?

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    2. ah, nein, oh ja, das sollte ich. danke!
      juhu, gerne mit euch 2 :)

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  4. Rom ist einfach eine Stadt, die man lieben muss! Für mich eine sehr weiblich e Stadt - die einen einen liebevoll und mütterlich aufnimmt. Sicher war es für euch zwei Ladies ein Sprung ins kalte Wasser, dass sich dann als wohlig warm herausstellte!

    Ich wagte diesen Sprung früher mal nach Madrid. Eine tolle Stadt - aber männlich - mit großen breiten Königsalleen und man muss viel mehr kämpfen.

    Ich habe gerade eine richtige Sehnsucht nach dem Süden in mir. Die muss dieses Jahr aber aus bestimmten Gründen auf den Süden Deutschlands beschränkt bleiben ... na ja... es gibt echt Schlimmeres ;-)

    sonnige Grüße vom Bodensee

    von der Ellen

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  5. ach ulma, ich hab gänsehaut beim lesen.
    dieses gefühl dabei, kann ich so gut nachvollziehen.
    der sprung ins kalte wasser. so voller (wage)mut. voller wildem leben.
    er ist so prägend. so verändernd. so so gut.
    ich kenne ihn auch. meiner hat mich nicht nach rom geführt.
    aber an andere orte, die eben auch zuhause sind.

    ich hoffe, du kannst ganz bald dein rom besuchen.
    durch die gassen schlendern und erinnerungen einsammeln.
    sie auflesen und fliegen lassen. und dabei ganz neue sammeln.
    ja, das wünsch ich dir von herzen!!!

    küsse
    eni

    ps.:mein päckchen ist da und ich bin verliebt in all die hübschen verpackungen.
    und natürlich, dem inhalt!!! <3

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  6. Das Gefühl kenne ich auch sehr gut. Nachdem ich ein paar Monate in Schweden gelebt habe, bekomme ich auch regelmäßiges des Fern-/Heimweh. :( Aber zum Glück kann man ja Urlaub machen. :)

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  7. Bei der Perspektive des Fotos mit dem kleinen Mädchen auf der Mauer blieb mir jetzt fast das (Mutter)herz stehen..., aber deinen warmherzigen Beitrag werde ich jetzt dem Gefährten zeigen, denn eine Romreise ist einer der Kindheitreiseträume, der noch nicht verblasst sind, im Gegensatz zu anderen. Man muss ja nicht überall hin..., aber Rom... Ganz liebe Grüße Ghislana

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  8. Ich war noch nie in Rom, aber Deine Worte machen wirklich Lust hinzufahren.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Romreiseplanen. ;)

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  9. Bei deinen Erinnerungen musste ich sofort an "Eat, Pray, Love" denken. :-)
    Meine eigenen Romerinnerungen sind leider nicht ganz so romantisch, aber ich habe dort auch nicht gelebt, sondern es an einem heißen Augusttag 1989 besucht... was vielelicht nciht die ebste Wahl war, um einen so schönen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
    Allerdings zieht es mich selbst auch immer wieder in die Städte zurück, in denen ich eine Zeitlang gerne gelebt und die Lebensqualität kennengelernt habe... außer nach Frankfurt ;-))

    Herzlich, Katja

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  10. Erinnerungen im Gepäck, Vorfreude und Fernweh bestimmen die Route. Eine schöne Zeit dort für dich. Ganz bald. Iris

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  11. Anonym25.7.14

    einfach wundervoll! ich wollte vor ein paar jahren, als mein sohn 2 war, mit ihm au pair nach italien gehen - mein umfeld hat sehr negativ darauf reagiert: das kannst du deinem mann ja nicht antun usw.; leider hab ichs dann sein lassen. umso schöner zu sehen, dass du deinen traum verwirklicht hast. ich ziehe meinen hut vor dir und deinem mut! ich finde es wahnsinnig toll, dass du dein leben so gestaltest, wie es für dich am lebenswertesten ist, einfach nur schön!

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  12. Ja, Rom ist eine unglaublich faszinierende Stadt. Das Foto mit dem kleinen Hübschmadamchen ist umwerfend!
    Liebst Andrea

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  13. Sehnsucht - ein Jahr Rom, sagenhaft!
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende, Cora

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  14. Auch ich finde Rom richtig gut!!!
    Und ich bewundere dich - das du mit Kind und ohne Sprachkenntnisse...
    Wahnsinn...
    Wenn du mit dem VW Bus gehst - geh ich mit ;-)))
    Ganz liebe Grüße
    Wolke

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  15. Ach Ulma, dringend solltest Du wieder hin! Durch Deine Worte fühle ich mich auch wieder in die Stadt zurückversetzt, das Lebensgefühl ist dort ein sehr feines... es klappt bestimmt bald, dass Du wieder hinreisen kannst : )

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  16. dringend - und dir zeit nehmen dafür und für die erinnerungen und das auffrischen - gerade weil du dort gelebt hast und nicht "nur auf urlaub" warst!
    ich drück die daumen - pläne sind besser als nur träume!

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  17. Dieses Bild ist so traumhaft schön. Ich wünsche dir, dass der diffuse Traum bald Realität wird. Aber auch das Träumen ist schön, nicht? Und ich bewundere dich für den mutigen Schritt damals zu gehen. Neues wagen macht manchmal Angst.
    Hab ein ganz formidables Wochenende, liebste Grüße, Eva

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  18. ja, fahr! bald. und bring wieder so schöne fotos mit wie den hübschmadamchenblick.

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  19. Fahr unbedingt hin :-) Über deine neuen Eindrücke würde ich mich unheimlich freuen;)

    Liebst Minnja

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  20. Oh ja! Tu es! Als ich nach vielen Jahren wieder mal in Graz war, bin ich ÜBERALL entlang- und hingegangen, habe soo wieder alles gesehen gerochen erinnert, musste lächeln und ein bisschen weinen. schön
    Freu Dich auf Rom
    Barbara

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  21. mein erstgeborenes land... ach, ingeborg. wer fand worte wie du?

    danke für die erinnerung. lg i

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  22. was für eine großartige Erfahrung liebe Ulma!

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  23. von der Vita anderer Menschen bin ich immer wieder fasziniert.
    und von solchen Schritten, Wegesgabelungen und besonderen Jahren zu lesen, macht mich ganz hoffnungsvoll fürs Leben. danke, dass du diese Erinnerung mit uns teilst!

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danke für deine zeit.